Die Notencafé GmbH, in Blasmusikkreisen längst eine feste Grösse, feiert dieses Jahr ihr 20-jähriges Bestehen. Mit einem breiten Sortiment, fachkundigem Personal und einer einzigartigen Atmosphäre ist das Geschäft ein Hotspot der Bläserszene, ein Ort des Austauschs und der Inspiration.
Was als kleines, aber feines Fachgeschäft begann, hat sich zu einem beliebten Treffpunkt für Blasmusikerinnen und Bläser entwickelt. Heute präsentiert sich das Notencafé stolz im «Südpol» – Luzerns pulsierendem Zentrum für Musik und Kultur. Ein Rückblick mit Gründer und Inhaber Peter Schmid.
Peter Schmid, wie bist du dazu gekommen, dich 2005 selbstständig zu machen?
Nach meiner Ausbildung zum Musikalienhändler war ich als Jugendlicher getrieben vom Gedanken, alles besser machen zu wollen, so auch den Notenverkauf. Da ich das Rüstzeug dafür noch zusammensuchen musste, habe ich erst 2005 meine eigene Firma gegründet.
Foto: Philipp RenggliWie hat sich deine Tätigkeit in den letzten 20 Jahren verändert?
Wie in vielen Branchen hat das Internet – und die damit einhergehende Digitalisierung – auch im Musikalienhandel Einzug gehalten. Heute kommen viele Kundinnen und Kunden gezielt zu uns, um sich beraten zu lassen oder um Noten zu bestellen. Vor 20 Jahren gab es hingegen nur bei uns Fachhändlern die Möglichkeit, vollständige Partituren anzusehen oder Einspielungen anzuhören. Heute geschieht das meist bequem von zuhause aus. Der Wegfall der CD war ein weiterer Meilenstein dieses Wandels. Was sich jedoch nicht verändert hat und mir bis heute grosse Freude bereitet, ist der persönliche Austausch. Besonders schön ist es, wenn ich heute junge Dirigentinnen und Dirigenten bei der Programmgestaltung begleiten darf. Viele kommen mit klaren Vorstellungen, und gemeinsam sprechen wir nicht nur über passende Werke, sondern auch über Themen wie die Dramaturgie eines Konzerts oder Herausforderungen im Berufsalltag.
Foto: Philipp RenggliGleichzeitig mit der Gründung der Notencafé GmbH hast du auch den Verlag lucerne music edition ins Leben gerufen.
Corsin Tuor, heutiger Mitinhaber, Stephan Hodel und Ludwig Wicki wollten damals ihre Arrangements und Kompositionen selbst veröffentlichen. Dieser Wunsch war die Initialzündung – und seither ist viel passiert: Auch wenn Stephan Hodel und Ludwig Wicki heute ausschliesslich als Komponisten und Arrangeure mitwirken, publizieren wir ihre Werke weiterhin mit grosser Freude. Unser Verlag ist kontinuierlich gewachsen – mittlerweile haben wir rund 600 Werke im Programm.
Unsere verlegerische Arbeit steht ganz im Zeichen unseres Mottos «Quality music for bands», das uns bei jeder Veröffentlichung begleitet. Besonders am Herzen liegt uns die Förderung junger Schweizer Komponistinnen und Komponisten, deren Werke wir aktiv suchen.
Foto: Philipp RenggliAb Frühling 2026 wirst du etwas Neues wagen und zu 50 Prozent «auswärts» arbeiten?
Ja, ich werde die neu geschaffene Stelle «Leiter Fachstelle Musik» beim Schweizer Blasmusikverband (SBV) antreten. Ich freue mich sehr darauf.
Warum hast du dich auf diese Stelle beworben?
Die Verbandsarbeit und die Arbeit für die Schweizer Blasmusikvereine haben mich immer interessiert und das Thema hat mich nie losgelassen. Ich habe zudem schon viele Jahre aktiv als Musikkommissionspräsident in Luzern und als Mitglied der SBV-Musikkommission mitgearbeitet und kenne den SBV gut.
Was bedeutet das für dein Notencafé und den Verlag?
Im Moment sind viele Gespräche im Gang. Den Verlag werden Corsin Tuor und ich sicher weiterführen. Das Notencafé ist eine Herzensangelegenheit, und ich wünsche mir, dass es weitergeht. Vielleicht werden auch Teile davon an Mitbewerber übergeben.
Aktuell suche ich einen/eine Co-Geschäftsführer/in. Diese Person soll das Geschäft mit den aktuellen Mitarbeiterinnen weiterführen. Auch ich werde dieser Person in einem kleineren Pensum zur Seite stehen.
Foto: Philipp Renggli