«Anno 1811 – Die Anfänge der Blasmusik in der Schweiz», so heisst die neue Sonderausstellung des Klingenden Museums Bern. Die Sammlung mit Original-Instrumenten und -Notenbüchern öffnet mit der Vernissage am 16. April und dauert bis März 2027. Auch private Führungen sind möglich.
«Anno 1811 ist die jezige Musick=Gesellschaft zusammen getretten», vermerkte ein Musiker der Rorschacher Blasmusik in seinem Notenbuch. Von dieser Blasmusik sind im Klingenden Museum Bern 20 Originalinstrumente und 49 Notenbücher erhalten. In der Ausstellung werden deren Klang und die Musizierpraxis rekonstruiert – und damit die Anfänge der bis heute schweizweit populären Blasmusikkultur.
Foto: Monika LuziDas Musikvereinsleben um 1811
Die Sonderausstellung «Anno 1811» vermittelt dies klingend mittels Videos einer Wiederaufführung dieser Musik, zeigt die Originalinstrumente und -noten und lässt das damalige Vereinsleben aufgrund neu entdeckter Dokumente aufleben. Die Ausstellung richtet sich an allgemein Musikbegeisterte jeden Alters und selbstredend an Bläserinnen und Bläser.
Hintergrund ist das Forschungsprojekt der Hochschule der Künste Bern (HKB) – «Das Hundwil-Konvolut als Quelle zur Genese der Blasmusik in der Schweiz», gefördert durch den Schweizerischen Nationalfonds. Dieses zeigt auf, dass die ältesten der im Museum erhaltenen Notenbücher und Instrumente sogar auf die Zeit vor 1800 zurückgehen und, dass
sich die Musik und Besetzung dieser Blasmusik danach kontinuierlich modernisierte: Stücke von Johann Strauss, Vincenzo Bellini und anderen wurden ebenso ergänzt wie die damals brandneuen Ventil-Blechblasinstrumente.
Blasmusik in der Schweiz vor gut 200 Jahren
Das Projekt des HKB-Forschungsteams hat überraschende Erkenntnisse über die Anfänge der Blasmusik in der Schweiz ans Licht gebracht. Die unisono-Redaktion führte ein Interview. Dabei erfuhr und hörte sie Verblüffendes …