Anno dazumal: Der Schellenbaum

Schellenbaum, ausgestellt im Klingenden Museum Bern
Der Schellenbaum aus dem Klingenden Museum Bern

Beitragsbild: André Roulier

Im 19. Jahrhundert gehörte auch in der Schweiz zu einer Blasmusik oft ein Schellenbaum. Es ist eines der verwirrendsten Instrumente überhaupt.

Das beginnt schon beim Namen: Oft ist es gar nicht mit Schellen behängt, sondern mit Glocken, so auch der hier abgebildete. Es ist also ein «Glöcklhut», wie die Österreicher sagen. Auf Englisch heisst es auch Türkischer Halbmond (Turkish Crescent), auf Französisch chinesischer Hut (Chapeau chinois).

Schellenbaum, ausgestellt im Klingenden Museum Bern Foto: André Roulier
Dieser Schellenbaum ist im Klingenden Museum Bern zu bestaunen und auf den Museums-Tablets zu hören.

Auch die angebliche Herkunft des Schellenbaums aus der türkischen Janitscharenmusik ist ein Missverständnis. Neuere Forschungen vermuten seinen Ursprung bei französischen Revolutionstruppen und ihren «Bandes Turques». Nach deren Vorbild wurden auch in der Schweiz solche «Türkisch Musiken» gebildet, selbstverständlich mit Schellenbaum. Eine solche mit historischen Instrumenten ist am Kongress der IGEB in Bern am 3. Juli 2026 aufgetreten – Schellenbaum inklusive.

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