Anno dazumal: Musette de cour

Musette de cour
Die Musette de cour ist im Klingenden Museum Bern ausgestellt.

Beitragsbild: André Roulier

Was sucht denn ein Dudelsack im «unisono»? Nun – auch er ist ein Blasinstrument, und zwar ein Rohrblattinstrument.

Solche Musettes waren am Hof von Louis XIV vor 300 Jahren in Mode und sollten eine Schäferstimmung erzeugen. Musik für das Instrument schrieben die führenden französischen Komponisten, u.a. der Flötist Hotteterre. Dessen Familie war auch im Blasinstrumentenbau tätig, in La Couture unweit von Paris und entwickelte nebst der Musette auch die damals neue Traversflöte. Nach der Barockzeit starb die Musette aus.

Die Musette de cour ist eine technisch weit entwickelte Sackpfeife: Ihre mit Klappen versehene kleine Zusatzpfeife ermöglicht sehr hohe Töne. Der Balg wird mittels einer Pumpe befüllt, die mit dem zweiten Arm bedient wird, man bläst ihn also nicht selbst auf. Die Spieltechnik ist speziell: Man hebt den Finger des gewünschten Tones, was für Holzbläser antiintuitiv ist. Das Instrument ist aus wertvollen Materialien gebaut: Elfenbeinpfeifen, Silberklappen und Samt um den Balg.

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