Anno dazumal: Serpent

Serpent von C. Baudouin
Der Serpent von C. Baudouin, Paris, ist im Klingenden Museum Bern zu sehen.

Beitragsbild: André Roulier

Serpent von Baudouin, Paris, frühes 19. Jahrhundert, ein erstaunliches Blasinstrument.

Vor über 400 Jahren für die Begleitung des Choralgesangs in der Kirche entwickelt, wurden Serpente später in der Militärmusik als Bassinstrumente verwendet. Heute werden diese Instrumente in der historischen Aufführungspraxis alter Musik wieder gespielt. Hierfür baut Stephan Berger in Les Bois im Jura hervorragende Nachbauten und organisiert Kurse: serpents.ch.

Serpente haben sechs Grifflöcher wie eine Flöte, einige haben zusätzliche Löcher mit Klappen, um bestimmte Töne reiner oder leichter spielen zu können. Der Ton wird mit den Lippen erzeugt, das Mundstück ist demjenigen des Euphoniums ähnlich. Der Klang kann als vokal bezeichnet werden. Das Konzept war offenbar, dass er sich mit Singstimmen klanglich gut mischte. Serpente sind meist aus Nussbaumholz gebaut und mit Leder umwickelt. Das Anblasrohr ist aus Messing, das Mundstück aus Horn, Holz oder Messing.

Da in vielen Bernischen Kirchen bis ins 19. Jahrhundert der Gemeindegesang mit Instrumenten begleitet wurde, benötigte man geeignete Instrumente. Das waren oft Posaunen, manchmal Musettenbässe (eine Art Bassoboe), Fagotte oder eben Serpente. Das abgebildete Instrument war wohl zu diesem Zweck beim bekanntesten damaligen Hersteller Baudouin in Paris gekauft worden.

Serpent von C. Baudouin Foto: André Roulier
Der Serpent von C. Baudouin, Paris, ist im Klingenden Museum Bern zu sehen.

Öffnungszeiten und Infos zu Führungen: klingendes-museum-bern.ch

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