Blasorchester U18 begeistert: Von Göttern und Superstars

Blasorchester mit Jugendlichen auf der Bühne
Das Blasorchester U18 des St. Galler Blasmusikverbands zeigte, was nach nur einer Woche Probenarbeit möglich ist.

Beitragsbild: Michael Brunner

Auch in diesem Jahr versammelten sich Jugendliche aus allen Teilen des Kantons zum SGBV-Projektorchester U18 im Landwirtschaftlichen Zentrum in Salez. Dort machten sie gemeinsam während fünf Lagertagen das Programm für das Abschlusskonzert aufführungsreif.

Täglich wurde bis zu neun Stunden geprobt. Unterstützt wurden die Musizierenden dabei tatkräftig von erfahrenen Registerleiterinnen und -leitern.

Geselliges Lagerleben

Neben der vielen Probenarbeit kam auch das Gemeinschaftsleben nicht zu kurz: Kennenlernspiele, tägliche Bewegungsblöcke, zahlreiche Pingpong-Runden im Gemeinschaftsraum, abendliche Paartanzlektionen, gemeinsames Zähneputzen auf dem Balkon und tiefgründige Gespräche nach der Nachtruhe stärkten den Zusammenhalt.

Über die Hälfte der Jugendlichen waren bereits zum wiederholten Mal dabei — ein Zeichen nachhaltiger Begeisterung für das Angebot.

strahlende junge Musikantinnen und Musikanten auf der Konzertbühne Foto: Michael Brunner
Die unglaublich grosse Spielfreude der Jugendlichen ist ihre Stärke.

Eine olympische Konzerteröffnung

Am Samstag, dem 18. April, war es so weit und die rund 50 Jugendlichen zwischen elf und neunzehn Jahren führten unter der musikalischen Hauptleitung von Andreas Signer vor ihren Familien und Bekannten das fordernde und abwechslungsreiche Programm auf.

Den Start machte das Korps mit dem sinfonischen Marsch «Olimpica» von Giovanni Orsomando. Dieser war eigens für die Olympischen Spiele 1960 in Rom komponiert worden und eröffnete das Konzertprogramm wunderbar und klangvoll.

Ayleen Weber beim Dirigieren Foto: Michael Brunner
Die Jungdirigentin Ayleen Weber erarbeitete drei Werke mit dem Orchester.

Jungdirigentin Ayleen Weber leitet das Hauptwerk

Mit «Fate of the Gods» von Steven Reineke wurde der Weltuntergang geprobt. Das Werk für Blasorchester der dritten Stärkeklasse erzählt die Sage von Ragnarök, dem Tag der Entscheidung in der nordischen Mythologie. Die einst geordnete Welt der Götter versinkt in einem chaotischen, zunehmend disharmonischen Kampf. Dirigiert wurden dieses und das folgende Stück von Ayleen Weber, die seit mehreren Jahren Register- und Satzproben während des Lagers leitet.

Mit «Momentum» von Thomas Doss setzten die Jugendlichen einen ruhigen, konzentrierten Kontrast. Das Stück forderte sie besonders in der Intonation. Verspielt und furios zeigte sich hingegen die «Perger Polka» von Kurt Gäble, bei der die Finger der Holzbläser nur noch so über die Klappen flogen.

Jugendliche spielen auf Holzblasinstrumenten Foto: Michael Brunner
Die Perger Polka forderte das kleine Holz besonders.

Das Tanzen ist ein fester Bestandteil des Lagerprogramms. So hatten die Jugendlichen in diesem Jahr die Grundschritte des Jives erlernt und eine kurze Choreographie einstudiert. Getanzt wurde dabei zu Liedern wie «Everybody Needs Somebody to Love» aus dem Kultfilm «Blues Brothers». Ein Medley mit Musik aus dem gleichnamigen Film stand passenderweise ebenfalls auf dem Programm.

Begeisterung für zeitgenössische Musik

Besonders gut aufgenommen wurde «Coldplay on Stage». Die Begeisterung und Spielfreude des Orchesters übertrug sich unmittelbar auf das Publikum.

Den Schlusspunkt setzte ein Arrangement des schweizerischen Gewinnersongs beim Eurovision Song Contest 2024 in Schweden: «The Code» von Nemo bricht mit dem Stil des typischen Poparrangements. Es schwingt sich in operettenhafte Höhen, ist effektreich und bietet solistische Passagen.

Roland Kohler am Mikrofon Foto: Michael Brunner
Roland Kohler, der Präsident des St. Galler Blasmusikverbands, richtete einige Worte an die Anwesenden.

Bevor sich das Projektorchester mit der Zugabe «Superstition» vom Publikum verabschiedete, dankte der Präsident des St. Galler Blasmusikverbands Roland Kohler den Verantwortlichen. Er lobte die jungen Musikantinnen und Musikanten für ihr Engagement und betonte die Wichtigkeit, die Blasmusik in all ihrer Vielfalt nach aussen zu tragen, genau wie am heutigen Konzert: lebendig, facettenreich und alles andere als verstaubt.

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