Das Kultur- und Kongresszentrum (KKL) Luzern wird Ende November Gastgeber der 50. Ausgabe des Schweizerischen Brass Band Wettbewerbs (SBBW) sein. Unter den Selbstwahlstücken und sämtlichen Aufgabestücken stehen zehn Uraufführungen auf dem Programm. Ausnahmsweise wird der «Verdienstpreis SBBV» an vier Pioniere der Bewegung verliehen, die auf der SBBW-Bühne besonders geglänzt haben.
Am 29. und 30. November werden sich nicht weniger als 60 Brass Bands in sechs Kategorien zum 50. Schweizerischen Brass Band Wettbewerb treffen. Zum letzten Mal findet dieser im Kultur- und Kongresszentrum Luzern (KKL) statt. Die Renovierung im 2m2c in Montreux wird im Frühjahr 2026 abgeschlossen sein. Im November 2026 kehrt der SBBW nach drei Jahren in der Zentralschweiz wieder an das Ufer des Genfersees zurück.
Foto: Etienne BornetUnterschiedliche Werke pro Band in der Höchstklasse
Der Schweizerische Brass Band Verband (SBBV) wollte das Jubiläum mit einem besonderen Akzent versehen und hat für jede Kategorie ein Aufgabestück bei einem renommierten Komponisten in Auftrag gegeben. So spielt die 4. Kategorie «Seal of Unity» von Thierry Deleruyelle (F), die 3. Kategorie «Thought Gap» von Simon Dobson (GB), die 2. Kategorie «Lucerne Dances» von Philip Sparke (GB), die 1. Kategorie «La Geometria» von Bert Appermont (B), die Kategorie Elite «Arden Forest» von Philip Wilby (GB) und die Höchstklasse «Genetic Code» von Thomas Doss (A).





Foto: SBBV/ASBBZu diesen sechs Neuheiten – die ab dem 1. Dezember 2025 im Handel erhältlich sein werden – gesellen sich vier weitere Uraufführungen unter den Selbstwahlstücken der Höchstklasse dazu: «Adjuration» von Théo Rossier (CH), «Eginery of Genesis» von Théo Schmitt (CH), «Mnemosyne Phrases» von Torstein Aagaard-Nilsen (N) und «Orpheus and Eurydice» von Stijn Aergerts (B).
«Cassandra 2025» und «Concerto Nr. 10», beide von Ludovic Neurohr (CH), «Jesus in Tibet» von Simon Dobson (GB), «The Divine Right» von Philip Harper (GB), «The Forest for the Trees» von Wix Bex (B) und «This World» von Thomas Doss (A) vervollständigen die Liste – womit kein Werk mehr als einmal aufgeführt wird.
Wiederholung des Konzepts mit Vertretungen in der Jury
Wie gewohnt wird ein internationales Expertengremium die Darbietungen bewerten: Margie Antrobus (N), Sandro Blank (CH), Magnus Brandseth (N), Corsin Tuor (CH), Andrew Duncan (GB), Chris King (GB), Etienne Mounir (CH), Frode Rydland (N) und Mathias Wehr (D).
Zudem wird das im Jahr 2024 eingeführte Vertretungskonzept beibehalten. Drei Ersatz-Jurymitglieder – deren Namen unter Verschluss bleiben – sind engagiert worden und springen im Falle einer kurzfristigen Abwesenheit eines Jurymitglieds aus Gründen höherer Gewalt ein. Diese Vorgehensweise erspart der Organisation wenige Tage vor dem Wettbewerb die kurzfristige Suche nach qualifizierten Personen. Kommen die Ersatz-Jurymitglieder dieses Jahr nicht zum Einsatz, sind sie im nächsten Jahr Teil der Jury.
Enger Zeitplan
Wie jedes Jahr ist der Zeitplan eng. Ein erneut präzis festgelegter Ablauf mit gleich langen Zeitfenstern für jede Band ermöglicht dessen Einhaltung. Er erlaubt die Erstellung eines präzisen Plans mit genauen Auftrittszeiten, praktisch sowohl für die Bands als auch für das Publikum.
Die Veranstaltung beginnt am Samstag um 10.00 Uhr mit dem Wettbewerb der Bands der 3. Kategorie in der Salle Blanche, ab 12.15 Uhr folgen die Bands der Elite. Ab 17.30 Uhr treten gleichenorts die Teilnehmenden der Höchstklasse mit dem Aufgabenstück auf. Im Luzerner Saal starten um 10.30 Uhr die Bands der 2. Kategorie, ab 18.00 Uhr folgen die Bands der 4. Kategorie. Die Ergebnisse der Wettbewerbe der Elite-, 2., 3. und 4. Kategorie werden ab 22.30 Uhr im Luzerner Saal bekanntgegeben.
Am Sonntag eröffnen die Bands der 1. Kategorie um 10.00 Uhr den Tag im Luzerner Saal. Ab 11.30 Uhr präsentieren die Formationen der höchsten Kategorie ihre Selbstwahlstücke im Salle Blanche. Die Rangverkündigung wird um 17.35 Uhr im Salle Blanche stattfinden – direkt im Anschluss an die Verleihung des «Verdienstpreises SBBV».
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Spezialpreise
Traditionsgemäss werden auch in diesem Jahr mehrere von der Musikkommission des SBBV bestimmte Spezialpreise vergeben. Die Jury bestimmt, wem der Preis verliehen wird. Ausgezeichnet werden: bestes Flügelhorn beim Aufgabestück und beste Solistin/bester Solist beim Selbstwahlstück in der Höchstklasse, beste Solo-Posaune in der Elite, bestes Perkussionsregister in der 1. Kategorie, bestes Solo-Cornet in der 2. Kategorie, bestes Solo-Euphonium in der 3. Kategorie sowie das beste Perkussionsregister in der 4. Kategorie.
Vier Träger des «Verdienstpreises SBBV»
Ein aussergewöhnliches Jubiläum verdient eine aussergewöhnliche Ehrung. Deshalb hat der SBBV beschlossen, den fünfzigsten Schweizerischen Brass Band Wettbewerb zum Anlass zu nehmen, um vier Pioniere zu ehren. Sie haben nicht nur als Pädagogen und Dirigenten die Grundlagen der Brassband-Bewegung in der Schweiz gelegt, sondern zwischen 1978 und den 2000er-Jahren auch auf der Bühne des SBBW geglänzt.
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Foto: Image libre de droits
Foto: Nathalie Gobet-Vial
Foto: Image libre de droitsAriane Brun, ehemalige Präsidentin und Ehrenmitglied des SBBV, trägt die Patenschaft für diese Auszeichnung. Sie wird den «SBBV-Verdienstpreis» an ein Quartett von herausragenden Persönlichkeiten der Schweizer Brassband-Szene überreichen: Markus S. Bach, Pascal Eicher, Yves Illi und Géo-Pierre Moren.