Liebe Lesererinnen und Leser
Das Jahr begann mit einem Drama. Die Tragödie von Crans-Montana hat unser Land tief erschüttert. Es hat einen nationalen Trauertag ausgerufen. Über das Trauma und die Trauer hinaus erinnert uns ein solches Geschehnis an die Zerbrechlichkeit des Lebens, aber auch an unsere kollektive Verantwortung.
So verheerend sie auch sein mag: Keine Katastrophe ist ohne Sinn. Schocks wie dieser zwingen uns, die richtigen Fragen zu stellen und vor allem uns selbst zu hinterfragen, nicht im Sinne eines Eingeständnisses der Schwäche, sondern als Chance: Die Chance, uns selbst besser kennenzulernen, uns weiterzuentwickeln, unsere Entscheidungen und Engagements anzupassen, um einer sich stetig verändernden Gesellschaft noch besser zu dienen.
In einem früheren Artikel hatte ich die Veränderungen angesprochen – die eintreten, ob wir wollen oder nicht – und wie wichtig es ist, sich auf sie vorzubereiten. Die aktuellen Ereignisse erinnern uns brutal daran, wie grausam sie sein können, und dass wir uns dennoch mit ihnen abfinden müssen. Wie wir das tun, müssen wir entscheiden.
In der Welt der Blasmusik sind wir eine grosse Familie, der Menschen aller Generationen, aller sozialen Schichten und jeder Herkunft angehören. Sie lebt von Solidarität, Grosszügigkeit, Kompetenz und dem gemeinsamen Willen zur Weiterentwicklung, einem immens wertvollen menschlichen Reichtum.
An der Gedenkfeier in Martigny fanden die Worte der jungen Aline Morisoli besonderen Anklang: «Man kann dem Leben nicht mehr Tage geben, aber den Tagen mehr Leben.» So sehen wir unsere Musik: Sie macht den Alltag lebendiger.
Dieses neue Jahr wird auch das Jahr eines grossen kulturellen Ereignisses sein, des Eidgenössischen Musikfests, das zehn Jahre nach seiner letzten Ausgabe in Biel über die Bühne gehen wird. Mögen wir dort in Musik und Gemeinschaft die mit unseren gemeinsamen Werten im Einklang stehende Freundschaft erleben. Dasselbe gilt für die Umsetzung weiterer Projekte der Geschäftsleitung und unserer anderen Gremien: Förderung der Jugend und der Weiterbildung innerhalb des SBV, zusammen mit anderen Akteuren der Ausbildung in der Schweiz.
Foto: Nathalie Gobet-Vial