Die 148. ordentliche Delegiertenversammlung des Zürcher Blasmusikverbands fand dieses Jahr im Zürcher Unterland statt. Die gastgebende Musikgesellschaft Rafz bereitete die imposante Saalsporthalle perfekt vor, um den Vereinsdelegationen, Ehrenmitgliedern und Ehrengästen einen idealen Rahmen für die Durchführung dieses wichtigen Anlasses zu bieten.
An diesem prächtigen Frühlingstag durften die eintreffenden Gäste zuerst den von der Gemeinde Rafz offerierten Apéro im Freien geniessen, bevor das Mittagessen serviert wurde. Dieses wurde von der MG Rafz unter der Leitung von Paul Baur mit einem abwechslungsreichen und unterhaltsamen Konzert begleitet.
Foto: zVgDer Aufmarsch der Fähnriche des Zürcher Blasmusikverbands (ZBV) und der MG Rafz signalisierte kurz vor 13 Uhr den Beginn des geschäftlichen Teils der Versammlung.
Zügig durch die Traktanden
Co-Präsidentin Monika Schütz konnte die Versammlung pünktlich eröffnen und nach der Begrüssung folgte gleich die erste Überraschung: Unter den Klängen des «Geburtstagsmarschs» wurden einige im Saal anwesende Geburtstagskinder geehrt, darunter auch ZBV-Vorstandsmitglied Stefanie Hauri-Fischli.
Daniel Schuler, der als Co-Präsident zusammen mit Monika Schütz die Versammlung leitete, konnte eine ganze Reihe von Ehrengästen begrüssen, darunter Romaine Rogenmoser, 2. Vizepräsidentin des Zürcher Kantonsrats, den Rafzer Gemeindepräsidenten Kurt Altenburger und Eva-Maria Würth von Pro Kultur Kanton Zürich.
Gehaltvolle Grussbotschaften
Die Abarbeitung der Traktandenliste wurde immer wieder durch Grussbotschaften aufgelockert: Während Kurt Altenburger den Anwesenden die für viele wohl unbekannte, aber prosperierende Gemeinde Rafz näherbrachte, kam Romaine Rogenmoser auf die Bedeutung der bedingungslosen Liebe zur Musik und den Stellenwert der Blasmusik in der Gesellschaft zu sprechen.
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Foto: zVgDie Präsidentin von Pro Kultur Kanton Zürich, Eva-Maria Würth, stellte diese «Interessengemeinschaft der Kulturschaffenden, Kulturinstitutionen und Kulturvermittelnden» vor und machte allen eindrücklich bewusst, dass das Kulturleben in Stadt und Land, sei es die Breiten- oder Hochkultur, sei es traditionell oder zeitgenössisch, eine starke gemeinsame Interessenvertretung gegenüber der Politik braucht.
Erhöhung der Jahresbeiträge und Personelles
Verschiedene Gründe führten dazu, dass sich der Vorstand gezwungen sah, den ZBV-Mitgliederbeitrag von 7 auf 9 Franken zu beantragen. Der Vorstand selbst trägt seinen Teil zum Sparprogramm bei und hat das Spesenreglement bereits angepasst.
Das der DV vorliegende Argumentarium sowie die Tatsache, dass die letzte Beitragserhöhung über zwei Jahrzehnte zurückliegt, haben überzeugt: Diskussionslos wurde die Erhöhung gutgeheissen und somit kann der ZBV sein Angebot mit Anpassungen beibehalten!
Foto: zVgEinstimmig und mit grossem Applaus wurde Patrick Humbel als Vorstandsmitglied für das Ressort Aktuariat und Informatik gewählt. Raphaela Helg Zahnd, Ressort Kommunikation, kann sich leider aus beruflichen Gründen nicht zur Wahl stellen, arbeitet aber weiterhin als designiertes Vorstandsmitglied mit und wird ebenfalls mit Applaus bestätigt.
Musikalisches Intermezzo
Die «Jugendmusik Rüti Bubikon», welche von Guillermo Casillas geleitet wird, empfing die Anwesenden nach der Pause mit einer Auswahl von Stücken ihres unterhaltsamen und vielseitigen Repertoires.
Foto: zVgDie neugegründete Formation wirkt unter dem Dach der Musikschule Zürcher Oberland und steht sinnbildlich für die Veränderungen in der Jugendmusiklandschaft des Kantons: Auch wenn es zu Vereinsauflösungen kommt, werden Wege gesucht, überregional und unter Mitwirkung von Musikschulen neue Formationen zu bilden, damit die betroffenen Jugendlichen weiterhin gemeinsam musizieren können. Es machte Freude, diese motivierte Gruppe zu erleben und den Ansagen ihres charmanten und vifen Moderators zuzuhören.
Rückblick auf das ZKMF 2024 und Ausblick
Vorstandsmitglied Christoph von Bergen liess das gelungene Kantonalmusikfest Revue passieren und noch einmal ergab sich die Gelegenheit, den riesigen Einsatz der beiden anwesenden OK-Co-Präsidenten Stefano Kunz und Urs Dannenmann herzlich zu verdanken.
Bereits wurden alle vier Festreglemente durch ein Vorstandsteam überarbeitet, und am 30. August 2025 wird eine Konferenz stattfinden, an der die Änderungen von den Vereinen diskutiert werden können.
Nach der Abnahme des Reglements an der DV 2026 startet die Suche eines Organisators, um nach Möglichkeit im Jahr 2029 das nächste ZKMF durchführen zu können.
Neues aus den verschiedenen Ressorts
Ruth Suppiger informierte über den 1. Zürcher Jugendmusiktag vom 28. Juni in Effretikon, zu dem sich 17 Formationen angemeldet haben. Auch das Projekt Zürcher Jugendblasorchester 2025 unter der musikalischen Leitung von Stefan Roth ist erfolgreich aufgegleist und man darf sich auf die Abschlusskonzerte in Horgen und Oberglatt freuen.
Der im Rahmen des Weiterbildungsangebots neu eingeführte «ZBV-Netzwerktag» musste leider wegen mangelndem Interesse abgesagt werden. Der Vorstand arbeitet intensiv daran, das Workshopangebot den geänderten Bedürfnissen anzupassen (Stichworte: Abendworkshops, vermehrte Onlineangebote, Anpassung der Themen).
Abschluss des Transformationsprojekts
Sechs Vereine haben am Projekt «ZukunftBlasmusikZH» teilgenommen und konnten ihre Pilotprojekte im Rahmen eines Onlineworkshops allen Interessierten präsentieren. Diese Präsentationen sind nun auf der Webseite abrufbar.
Die grosse und innovative Arbeit dieser Vereine wurde von Monika Schütz verdankt und die anwesenden Delegationen durften ein Präsent entgegennehmen.
EMF 2026
Von den 521 angemeldeten Vereinen (Stand: 24.5.25) stammen 36 aus dem Kanton Zürich. Bis 30. Juni 2025 besteht noch die Gelegenheit, diese Zahl zu erhöhen: Alle nach Biel!
Als ideale Vorbereitung für die Teilnahme organisiert der MVZU in Zusammenarbeit mit dem ZBV am 11. April 2026 ein Vorbereitungskonzert in Bülach mit Expertise: An diesem gibt es Platz für 15 bis 18 Vereine.
150 Jahre ZBV im 2027
Zur würdigen Feier dieses stolzen Jubiläums hat der ZBV zwei Schweizer Komponisten je einen Werkauftrag erteilt. Ernst May stellte die Idee vor.
Einerseits soll dem Zürcher Jugendblasorchester ein Orchesterwerk des jungen Westschweizer Komponisten Gauthier Dupertuis gewidmet werden. Andererseits lässt der ZBV vom bestens bekannten Oliver Waespi eine Festfanfare schreiben. Diese wird in drei verschiedenen Schwierigkeitsgraden erscheinen und soll allen Vereinen im Kanton als klingendes Geschenk überreicht werden.
Ehrungen
Unter tosendem Applaus wurde Fritz Kappeler, Ehrenfähnrich und seit 2013 im Amt, als Kantonalfähnrich verabschiedet. Er übergibt die Kantonalfahne an zwei Co-Fähnriche, nämlich Andreas Küng (Urdorf) und Marco Lucchinetti (Schlieren).
Foto: zVgMit einem Ausblick auf die DV 2026 in Männedorf und die Jubiläums-DV 2027 in Winterthur schloss das Präsidium die DV 2025. Eine grosse Dankesbezeugung für die geleistete Arbeit durfte der Gesamtvorstand entgegennehmen, ebenso die MG Rafz für die hervorragende Organisation und die Gastfreundschaft.