Liebe Musikerinnen, liebe Musiker
Amateurmusik entsteht in Gemeinschaft, sie verbindet Menschen über Generationen, Herkunft und Unterschiede hinweg. Diese lebendige Kultur ist ein Fundament unserer Demokratie. Sie verdient und braucht unsere Unterstützung.
Sven Lehmann, Vorsitzender Kultur und Medien im Deutschen Bundestag, formulierte es treffend: «Die Vereine im Amateurkulturbereich ermöglichen kulturelle Teilhabe und bilden die Basis für eine lebendige und vielfältige Kulturlandschaft. Musik- und Gesangsvereine, Theater- und Tanzgruppen schaffen soziale Netze und stehen ein für gesellschaftlichen Zusammenhalt und Inklusion. Der Amateurkultur kommt darum eine gesamtgesellschaftliche Bedeutung zu.»
Schöne Worte – doch Worte allein genügen nicht. Sie müssen gelebt, eingefordert und umgesetzt werden. Breitenmusik ist kein schmückendes Beiwerk, sondern Wurzel, Kern und Fundament unserer Kulturlandschaft. Wertschätzung erhalten wir nur, wenn wir sie uns selbst geben – und sie mit Nachdruck einfordern.
Es braucht Menschen, die sich einsetzen, Verantwortung übernehmen und handeln. Denn es geht um nicht weniger als Gesundheit, gesellschaftlichen Zusammenhalt und kulturelle Zukunft. Darum engagiere ich mich gemeinsam mit eurer Präsidentin Luana Menoud-Baldi im Schweizer Musikrat für die Anliegen der Musik – und speziell der Amateurmusik.
Der Musikrat ist politisch das wichtigste Gremium für die Musik in der Schweiz. Im Musikrat kommen alle Sparten zusammen. Die Musik braucht diese gemeinsame Strahlkraft und ein wirkungsvolles Miteinander – «Gärtlidenken» hilft nicht.
Musizieren und Singen beginnen nicht auf der grossen Bühne, sondern im Kleinen: im Klassenzimmer, im Bandraum, im Vereinslokal oder zu Hause – dort, wo Menschen ohne professionellen Anspruch, aber mit Leidenschaft, Disziplin und Hingabe musizieren. Breitenmusik darf nicht zum nostalgischen Ideal verkommen. Sie braucht Räume, Zeit und Unterstützung – politisch, institutionell und ideell.
Die Verbände und unzählige Ehrenamtliche leisten hier Grosses, oft unter schwierigen Bedingungen – unterschätzt, belächelt oder übersehen. Dabei ist ihr Beitrag für die Gesellschaft unbezahlbar.
Es ist Zeit, den Laien und Amateuren in der Breitenmusik nicht nur zuzuhören, sondern ihnen auch die Bühne zu geben, die sie verdienen.
Darum: Ein lautes Hoch auf das Breitenmusizieren – als zukunftsweisende Kulturpraxis. Stehen wir für unsere Zukunft ein und erheben wir gemeinsam unsere Stimmen!
Foto: Régine LehmannVizepräsidentin Schweizer Musikrat
Co-Leiterin Bereich Amateure Schweizer Musikrat