EMF26: «Der Jurasüdfuss ist voller Poesie»

Porträt Oliver Waespi
Oliver Waespi im Interview mit Theo Martin.

Beitragsbild: Simon Schmid

Wie beurteilt ein erfolgreicher Komponist das Eidgenössische Musikfest? Oliver Waespi empfiehlt, die Magie der Musik zu geniessen. Ein Gespräch über Wettbewerbe, Aufgabestücke und den Nebel im Seeland.

Was bedeutet das Eidgenössische Musikfest (EMF26) für Sie?

Persönlich bedeutet es mir als Juror und Komponist sehr viel, da ich seit Fribourg 2001 regelmässig beteiligt war. Ein EMF ist ein tolles musikalisches Erlebnis. Es ist der wichtigste musikalische Anlass der Schweiz, sehr wertvoll und eine lebendige Tradition.

Worauf freuen Sie sich beim EMF 2026 in Biel besonders?

Einerseits kenne ich die Region sehr gut, da ich einige Jahre zwischen Biel und Neuenburg gewohnt habe. Der Jurasüdfuss ist voller Poesie. Im Winter ist es oft neblig, im Sommer kann eine Atmosphäre wie am Mittelmeer entstehen. Andererseits freue ich mich darauf, neue Kompositionen zu entdecken, jene von Kollegen wie auch meine eigenen.

Was macht den Reiz aus, an einem Wettbewerb teilzunehmen?

In erster Linie glaube ich, dass Wettbewerbe die Vereine leistungsfähiger machen. Ich mag mich kaum an einen Verein erinnern, der sich nicht sorgfältig vorbereitet hätte. Das färbt auf das ganze Repertoire ab. Zudem ist das EMF immer ein Treffpunkt. Der Festival-Charakter ist mir wichtig.

Oliver Waespi (r.) in Diskussion mit Yasuo Shinozaki Foto: Heikki T. Rissanen
Oliver Waespi (r.) mit Dirigent Yasuo Shinozaki bei der Kymi Sinfonietta in Finnland.

Was ist die Herausforderung als Komponist?

Das EMF ist ein inklusives Festival: Die Bandbreite der Fähigkeiten der Vereine ist sehr gross. Das muss ein Komponist berücksichtigen. Diese Breite ist auch inspirierend. Vermutlich deshalb werden EMF-Stücke auch nach dem Fest oft gespielt.

Haben Sie eine persönliche Botschaft an Publikum und Teilnehmende des EMF26?

Geniesst die Magie der Musik, die von lebendigen Menschen live gespielt wird – im gleichen Raum und zur gleichen Zeit wie das Publikum! Als Komponist bin ich zudem sehr dankbar, dass so viele Vereine meine Musik spielen und so viele Leute zuhören, und diese Dankbarkeit nimmt stetig zu. Analoge Musik hat Zukunft, dessen bin ich mir sicher.

Beitrag teilen

Facebook
WhatsApp
Email
Telegram

Inhaltsverzeichnis

Das könnte dich auch interessieren

Gruppenfoto der Bürgermusik Mörschwil
Mörschwil steigt im Juni auf die Festbänke

Was zeichnet euren Verein aus? Die Bürgermusik Mörschwil ist ein engagierter Verein mit über 40 Mitgliedern, darunter viele junge Musikantinnen und Musikanten. Im Mittelpunkt steht die Freude am gemeinsamen Musizieren…

Migrol Tankstelle
Angebot für die SBV-Mitglieder: Migrol Private Card

Migrol bietet den Mitgliedern des Schweizer Blasmusikverbands Spezialkonditionen, wenn sie mit der Migrolcard tanken, laden, waschen und bargeldlos einkaufen. Beim Tanken oder Laden des Elektroautos mit der Migrol Private Card…

Instrumente, Noten und Uniformen
Das Eidgenössische, endlich!

Das kommende Jahr steht ganz im Zeichen des «Eidgenössischen». Auch wenn dieses alle fünf Jahre stattfindende Grossereignis – auf das man seit zehn Jahren mit Spannung gewartet hat – alle…