Was als Idee begann, ist heute Europas grösstes Hornfestival – die Solothurner Horntage: Vom 11. bis 13. September 2026 verwandelten sie die Kantonsschule Solothurn zum achten Mal in ein Zuhause für alle Hornfreaks.
Freitagnachmittag an der Kantonsschule Solothurn: Aus jedem Zimmer klingt ein anderes Horn, in den Gängen stehen Koffer neben Notenständern, dazwischen die Stände der Instrumentenbauer. Was an einem gewöhnlichen Schultag Pausenkorridor ist, wird für drei Tage zum Zentrum der Schweizer Hornszene.
So beginnt jedes Jahr aufs Neue jenes Wochenende, auf das Hornistinnen und Hornisten aus der ganzen Schweiz und darüber hinaus hinfiebern: die Solothurner Horntage.
Die Solothurner Horntage wachsen weiter
Als Andreas Kamber die Horntage 2019 zusammen mit Olivier Darbellay und Sandro Pfister ins Leben rief, trafen sich rund 60 Teilnehmende in drei Hornklassen zum gemeinsamen Musizieren. Was als überschaubares Zusammenkommen begann, ist seither kontinuierlich gewachsen.
Aus der Aula der Kantonsschule wurde der städtische Konzertsaal, aus einer Handvoll Dozierender ein Team mit internationaler Ausstrahlung. Heute zählen die Solothurner Horntage mit rund 190 Teilnehmenden zu den grössten Hornfestivals Europas.
«Die Horntage finde ich super, weil man neue Kontakte findet und sich Freundschaften bilden. Ausserdem ist es spannend, weltbekannte Hornistinnen und Hornisten persönlich kennenzulernen.»
Gwen Lehmann, Teilnehmerin
Gelebte Nachwuchsförderung
Was diesen Anlass ausmacht, ist nicht allein seine Grösse, sondern das Nebeneinander, das man selten so dicht erlebt. Solohornistinnen und -hornisten grosser internationaler Orchester treten auf derselben Bühne auf wie die Ensembles der Musikschulen mit Schülerinnen und Schülern, die teilweise gerade erst ihre ersten Töne spielen.
In diesem Moment, in dem sich Anfang und Meisterschaft berühren, liegt der eigentliche Kern der Horntage – als Ort, an dem die Nachwuchsförderung gelebt wird.
Foto: Roger StöckliVielseitiges Rahmenprogramm
Wer eine Abwechslung zwischen den Kursen brauchte, fand sie nicht selten an den Ständen der Instrumentenbauer. Zwischen brandneuen Modellen standen dort auch historische Hörner und allerlei Zubehör wie Dämpfer – alles zum Anfassen und Ausprobieren.
Zu hören und zu sehen gab es auch auf der Bühne Vergleichbares. In zwei Konzerten zu historischen Hörnern und zum Wienerhorn mischten sich Musik, Instrumentenvorstellung und Publikumsfragen zu einem Programm, das klein und gross gleichermassen ansprach.
Nachklang und Vorfreude auf die neunte Ausgabe
Krönender Abschluss war das Konzert «Alle für alle» am Sonntagnachmittag, in dem die Ensembles aller Stufen ihre eingeübten Stücke zum Besten gaben.
Der Nachhall des Wochenendes bleibt – ebenso die Vorfreude auf die neunten Solothurner Horntage vom 17. bis 19. September 2027.