Unter der Vision einer «Klangfusion» führen die Musikgesellschaften Melchnau und Konkordia Balsthal am 22. und 23. November 2025 ein Gemeinschaftskonzert durch. Die rund 100 Musikerinnen und Musiker vereinen sich unter der Leitung von Wolfang Nussbaumer im Bienkensaal Oensingen zu einem imposanten Orchester mit beeindruckender Musikalität.
Rund 100 Musizierende – zwei Orchester unterschiedlicher Stärkeklassen aus zwei Kantonen — bieten mit Leidenschaft und Herzblut ein vielseitiges und anspruchsvolles Konzertprogramm dar, und ein Dirigent formt feinfühlig und präzis einen harmonischen Klangkörper.
«Sich neuen, spannenden Herausforderungen stellen», lautet dabei die Devise. Dem Publikum wollen die rund 100 Musikerinnen und Musiker damit ein unvergessliches musikalisches Erlebnis bescheren.
Durch den gemeinsamen Dirigenten verbunden
Die Idee für die «Klangfusion» entstand durch ihren musikalischen Leiter, eine Persönlichkeit, mit der beide Orchester eine enge Beziehung pflegen. Wolfgang Nussbaumer führt die Musizierenden in Melchnau seit 2012 und in Balsthal seit 2020 souverän von Auftritt zu Auftritt und sorgt für bleibende Erinnerungen.
Aus dieser Gemeinsamkeit entwickelte sich rasch die Vision, die Kräfte zu bündeln und ein einzigartiges Konzert auf die Beine zu stellen.
Musikgesellschaft Melchnau
Die 1852 gegründete Musikgesellschaft Melchnau gehört zu den führenden symphonischen Blasorchestern in der Region Oberaargau. Mit seinen 50 Musizierenden konnte das Orchester der ersten Stärkeklasse bereits zahlreiche Erfolge feiern, unter anderem den 2. Rang am Bernischen Kantonal-Musikfest 2019 und 2024.
Musikgesellschaft Konkordia Balsthal
Die MG Konkordia Balsthal prägt die Kulturlandschaft im solothurnischen Thal und darüber hinaus seit ihrer Gründung 1904. Das 50 Personen starke Blasorchester der 2. Stärkeklasse erzielte bereits diverse musikalische Erfolge, unter anderem 2014 den 1. sowie 2024 den 2. Rang am Solothurner Kantonalmusikfest.
Foto: Roger Stöckli
Foto: zVgViel Engagement –abwechslungsreiches Konzert
Doch ein musikalisches Vorhaben dieser Dimension erfordert penible Vorbereitung. Beide Orchester arbeiten in ihren Gesamtproben fleissig an den Stücken. Zur Feinarbeit an Technik und Intonation dienen orchesterübergreifende Satzproben (Holz/Blech). Nicht zuletzt entwickeln beide Orchester in gemeinsamen Proben Zusammenspiel und Dynamik für einen homogenen Klang.
Im Gemeinschaftskonzert wird das Publikum durch ein unglaublich abwechslungsreiches, ausdrucksstarkes und emotionales Programm geführt. Unter den musikalischen Höhepunkten finden sich Werke wie «Libertadores» (Óscar Navarro), «With Heart and Voice» (David Gillingham) und «Lake of the Moon» (Kevin Houben).
Foto: zVgGemeinschaftskonzert «Klangfusion»
Lassen Sie sich dieses Spektakel nicht entgehen und erleben Sie die Klangfusion live!
- Samstag, 22. November 2025, 19 Uhr
- Sonntag, 23. November 2025, 17 Uhr
Bienkensaal Oensingen
Interview mit dem Dirigenten Wolfgang Nussbaumer
Im Interview mit dem gemeinsamen musikalischen Leiter Wolfgang Nussbaumer erfahren Sie mehr über das Projekt «Klangfusion».
Foto: zVgWolfang Nussbaumer, ein Dirigent für zwei Orchester – was bedeutet diese Zusammenarbeit für Sie persönlich?
In erster Linie empfinde ich sehr grosse Freude. Mit so vielen tollen Musizierenden ein derart anspruchsvolles Programm erarbeiten und spielen zu dürfen, ist nicht selbstverständlich. Ausserdem bin ich sehr glücklich, dass die beiden Orchester von Beginn weg für dieses Projekt aufgeschlossen waren und die Bereitschaft zeigten, mehr zu leisten als sonst – sei es musikalisch oder organisatorisch.
Wie gelingt es Ihnen, 100 Musizierende zu einem harmonischen Klangkörper zu formen?
Bei einem Orchester dieser Grösse ist es unabdingbar, dass jedes einzelne Mitglied auf seine Kolleginnen und Kollegen hört und Rücksicht nimmt. Wir können keine Einzelkämpfer brauchen, sondern müssen uns noch mehr auf das Zusammenspiel konzentrieren. Dabei müssen die Musizierenden insbesondere bereit sein, sich für das Orchester auch einmal zurückzunehmen. Diese elementare Einstellung versuchte ich in jeder Probe nachhaltig zu vermitteln.
Was erwartet das Publikum musikalisch?
Die Gestaltung des Konzertprogramms hat sich wahrlich nicht ganz einfach gestaltet. Unser Ziel war, für das Publikum ein nicht alltägliches Programm auf die Beine zu stellen. Gleichzeitig hat uns die Besetzung vor einige Herausforderungen gestellt. Da wir beispielweise in der glücklichen Lage sind, neun Schlagzeugerinnen und Schlagzeuger in unseren Reihen zu haben, wollten wir diese auch möglichst oft beschäftigen – nicht einfach!
Welche besonderen Highlights bietet das Programm?
Ein Highlight im Programm ist sicherlich «Libertadores» von Oscar Navarro. 2013 hatte ich dieses Stück im Rahmen des schweizerischen Dirigentenwettbewerbs kennengelernt. Damals hatte ich mir vorgenommen, es selbst aufzuführen. «With Heart and Voice» oder die «Steel Overture» dürfen als weitere musikalische Leckerbissen bezeichnet werden. Insgesamt überzeugen aus meiner Sicht jedoch alle Stücke im Programm mit ihren individuellen Höhepunkten.
Foto: zVgWolfgang Nussbaumer – Kurzporträts des musikalischen Leiters
Wolfgang Nussbaumer (1980*) erhält seine erste musikalische Ausbildung an der Musikschule Mümliswil. Später studiert er Tuba bei David LeClair an der Musikhochschule in Basel. 2006 schliesst er sein Studium mit dem Lehrdiplom für Tuba erfolgreich ab.
Während mehreren Jahren erhält er Privatunterricht für Dirigieren bei Andreas Spörri. 2020 schliesst er sein Studium in Orchesterdirektion bei Florian Ziemen an der Hochschule der Künste in Bern mit grossem Erfolg ab. Im Zuge dieses Studiums, hat Wolfgang Nussbaumer Gelegenheit verschiedene Orchester in der Schweiz und in Deutschland zu dirigieren. Im Weiteren besuchte er Meisterkurse bei Alan Bear und Sergio Carolino im Fach Tuba. Bei Philippe Bach, Isabelle Ruf-Weber oder Douglas Bostock machte er Dirigiermeisterkurse.
Als Gastdirigent leitete er das Oberaargauische Blasmusik Camp und das Jugendblasorchester des Verbands Bernischer Jugendmusiken (VBJ). Nebst dem Wirken als Dirigent der MG Melchnau und der MGK Balsthal unterrichtet er an diversen Musikschulen Blechblasinstrumente. Das Jurieren an Musikwettbewerben und an Musikfesten runden sein Schaffen ab.
Was unterscheidet dieses Konzert von einem «gewöhnlichen» Blasmusikabend?
Zum einen die riesige Besetzung. Weil wir zwei Orchester mit jeweils rund 50 Mitgliedern zusammenführen, entsteht natürlich ein sehr grosses Projektorchester. Diese hohe Zahl an Musizierenden ermöglicht uns auch die Besetzung nicht ganz alltäglicher Instrumente, so zum Beispiel das Bass-Saxophon.
Zum anderen ist sicher das Konzertprogramm zu erwähnen. Das Publikum wird in den Genuss von mehreren grossen Original-Kompositionen für Blasorchester kommen. Dieses Erlebnis gehört ebenfalls nicht unbedingt zu einem gewöhnlichen Konzertabend.
Welche Emotionen möchten Sie mit diesem Konzert beim Publikum wecken?
Wir werden ein sehr abwechslungsreiches Programm aufführen. Folglich möchte ich eine ganze Palette an Emotionen sowohl beim Publikum als auch den Musizierenden wecken. Ich erhoffe mir, dass sie von lyrisch sanften bis zu brachial beängstigenden Momenten alles erleben dürfen.
Worin lag die grösste Herausforderung bei der Vorbereitung und wie haben Sie diese gemeistert?
Herausforderungen gab es viele, von der Gestaltung des Konzertprogramms bis zur Organisation eines geeigneten Probelokals, welches das ganze Orchester aufnehmen konnte. Zur Bewältigung dieser Herausforderungen hatte ich ein tolles Team an meiner Seite. Je drei Musikantinnen und Musikanten aus den beiden Orchestern haben während der ganzen Planungs- und Vorbereitungszeit einen super Job gemacht.
Foto: zVgWie würden Sie das Konzert in drei Worten beschreiben?
Schön, beeindruckend, emotional.
Warum sollte niemand dieses Gemeinschaftskonzert verpassen?
Wenn Sie nicht dabei sind, verpassen Sie einen energiegeladenen Konzertabend voller wunderschöner Musik mit einem Orchester, das man in dieser Art wohl nie wieder hören kann. Ich würde mich darum ausserordentlich freuen, Sie an einem unserer Konzerte begrüssen zu dürfen.