Die Musikgesellschaft Harmonie Biberist veranstaltet unter der musikalischen Leitung von Miguel Etchegoncelay am 17./18. Januar 2026 zwei Konzerte mit Blasorchesterwerken, die sich Landschaften oder Naturphänomenen widmen. Die Bilder, die beim Hören der Klänge im Kopf entstehen, werden durch Videokunst des Solothurner Künstlers Franco Müller ergänzt.
Am 17. und 18. Januar 2026 präsentiert die Harmonie Biberist originale Blasorchesterwerke, die von Landschaften oder Naturphänomenen inspiriert sind.
Von klagenden Eistauchern, funkelnden Nordlichtern und tanzenden Waldwesen
Die Stücke entführen das Publikum in unterschiedliche Klangwelten. So hört man bei «Echoes of a Northern Lake» von Cait Nishimura die traurigen Rufe der Eistaucher an einem kanadischen See. In die mystische Stimmung des Waldes eintauchen lässt einen «La Follia del Bosco» von Yashuhide Ito. Die Klänge lassen Bilder von tanzenden Fantasiewesen im Wald entstehen, von anmutig bis etwas verrückt.
Foto: zVgIn «Aurora Borealis» scheint man gar das Glänzen der Nordlichter zu hören. Mit imposanten Klängen, orientalischen Melodien und lebendigen Rhythmen erzählt Kevin Houben mit «Lake of the Moon» von der gefährlichen Wanderung der Azteken auf der Suche des Salzsees, dessen Schönheit in den lieblichen Melodien gegen Ende des Stücks zu hören ist. Auch die Weite, der ruhige Blick bis zum Horizont wird in einigen der gespielten Stücke musikalisch umgesetzt.
Kreislauf einer Blüte und vom Rauschen des Winds
Die jüngste Komposition im Programm widmet sich der in China verehrten Pflaumenblüte mit ihrem Kreislauf des Erblühens, Verwelkens und Wiedererwachens.
Auch wenn alle ausgewählten Kompositionen Titel tragen, die auf Naturphänomene hinweisen, war dies nicht immer von Anfang an die Idee der Komponisten, so auch bei «Fu-Mon» (Windrippel, Wellenmuster) von Hiroshi Hoshina, der diesen Titel anscheinend aufgrund der Eleganz der Schriftzeichen ausgewählt hat. Und doch glaubt man in der Einleitung des Stücks das Rauschen des Winds zu hören.
Foto: zVgSchlichte Linien, klare Klänge und tiefe Emotionen
Die ausgewählten Stücke öffnen gemäss dem Dirigenten Miguel Etchegoncelay die Ohren für neue Klanglandschaften: «Dieses Programm widmet sich einer anspruchsvollen und zugleich empfindsamen Musiksprache, in der die Schlichtheit der Linien, die Klarheit der Klänge und die Tiefe der Emotion im Mittelpunkt stehen – nicht die äussere Virtuosität.»
So liegt beim Spielen dieser atmosphärischen Werke der Fokus für die Musizierenden ganz anders als beim letzten Konzert, in welchem die Harmonie gemeinsam mit einem Chor bekannte Gesangsnummern aufführte: «Die originalen Werke mit vielfältigen Ausdrucksformen erfordern vom Orchester die Suche nach Transparenz, Balance und jener inneren Wahrheit, die unmittelbar berührt», so der Dirigent.
Berührende Musik, die das Orchester musikalisch wachsen lässt
Die Musizierenden fühlen sich inspiriert und im positiven Sinne gefordert, wie Stimmen aus dem Orchester zeigen: «Das Programm lässt uns musikalisch wachsen.» Für die erst vor kurzem beigetretenen jüngsten Mitglieder bedeutet die Literatur Neuland: «Diese Art von Musik habe ich noch nie gehört!»
Die erfahrenen Musizierenden sehen die Herausforderung darin, mit den Stücken als Gruppe eine bestimmte Stimmung zu erzeugen. Einige erschaffen sich beim Spielen aktiv Bilder, um dies umzusetzen, bei anderen entstehen die Bilder von selbst. Wie die Natur in der Musik umgesetzt wird, beeindruckt: «Es ist, als würde man die Lichter am Himmel tanzen sehen.» Die Werke wecken bei vielen die Lust am Musizieren: «Die stimmungsvolle Musik berührt, sie lässt mich in andere Klangwelten abtauchen.»
Aufführungen «Horizonte im Ohr – Landschaften in Klang und Bild»
Musikgesellschaft Harmonie Biberist mit Miguel Etchegoncelay (Leitung) und Künstler Franco Müller
- Samstag, 17. Januar 2026, 20 Uhr
- Sonntag, 18. Januar 2026, 14 Uhr
jeweils in der Biberena Biberist
Musikalisches Programm
- Fu-mon (Hiroshi Hoshina)
- Lake of the Moon (Kevin Houben)
- Variations on Plum-Blossoms Theme (Li Chan)
- Children’s March (Percy Grainger)
- Aurora Borealis (Rossano Galante)
- Echoes of a Northern Lake (Cait Nishimura)
- Over Great Waves and Far Away (Yo Goto)
- La Follia nel Bosco (Yashuhide Ito)
Foto: zVgZusammenspiel von Klang und Bild eröffnet neue Horizonte
Ergänzend zu den imaginären Szenerien, die beim Hören der Klänge im Kopf entstehen, wird zu zwei Stücken Videokunst von Franco Müller projiziert. Der Solothurner Künstler beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit dem Thema Landschaften in der Kunst. Passend zur Musik kombiniert er abstrakt gemalte Landschaftsbilder mit Sequenzen von realen Landschaftsaufnahmen zu experimentellen Filmen.
Foto: zVgDie Kooperation ist für beide Seiten bereichernd. Bereits am Jubiläumskonzert der Harmonie erstellte Franco Müller ein Kunstvideo zu einem gespielten Stück. Das Überlagern von gemalten Bildern und gefilmter Natur war für viele der Musizierenden in dieser Form neu. Der Beitrag von Franco wurde als «erfrischend, verblüffend, raffiniert und witzig» wahrgenommen. Franco Müller war seinerseits von den Klängen der Harmonie überrascht: «Ich wusste gar nicht, dass ein Blasorchester solche Klänge hervorbringen kann». Beide Seiten freuen sich sehr auf den gemeinsamen Anlass und hoffen, auch das Publikum mit den Klang- und Bildwelten zu überraschen und bereichern.
Musikgesellschaft Harmonie Biberist
Foto: zVgDie Musikgesellschaft Harmonie Biberist spielt in der 2. Stärkeklasse und zählt rund 45 aktive Musikantinnen und Musikanten zwischen 15 und 75 Jahren. Stolz ist die Harmonie auf den grossen Anteil an jungen Musizierenden. Zwei Drittel ihrer Mitglieder sind noch keine 40 Jahre alt.
Seit 2018 steht die Harmonie unter der musikalischen Leitung von Miguel Etchegoncelay. Der gebürtige Argentinier unterrichtet Orchesterdirigieren am Conservatoire de Musique de Strasbourg und an der Haute Ecole des Arts du Rhin, leitet verschiedene Orchester und Orchesterprojekte in diversen Ländern und ist Präsident der internationalen WASBE-Vereinigung.
Die Harmonie Biberist legt seit Jahren Wert auf musikalische Vielfalt. So gehören Konzerte mit originaler Blasmusikliteratur genauso zum musikalischen Repertoire der Harmonie wie auch Bearbeitungen aus der Unterhaltungsmusik.