Im Kleinen bewegen wir Grosses

Porträt Gian Walker
Gian Walker, CEO / Geschäftsführer Schweizer Blasmusikverband

Beitragsbild: zVg

Liebe Musikantin, lieber Musikant

Als ich vor einem Jahr meine Arbeit beim Schweizer Blasmusikverband (SBV) aufnahm, war mir die Blasmusik alles andere als fremd. Ich bin seit vielen Jahren Teil davon, als Instrumentalist und Dirigent. Trotzdem hat sich mein Blick verändert.

Aus der Perspektive des nationalen Dachverbandes wird erst richtig sichtbar, wie vielfältig unsere Blasmusiklandschaft ist: Da gibt es kleine Vereine und grosse Formationen, ambitionierte Wettbewerbsorchester und Dorfmusiken, Jugendliche am Anfang ihrer musikalischen Reise und Menschen, die seit Jahrzehnten mit derselben Begeisterung musizieren. Unterschiedliche Regionen, Sprachen und Traditionen sind durch dieselbe Leidenschaft verbunden.

Diese Vielfalt beeindruckt mich, ebenso wie die Qualität, das Wissen und das Engagement, die hinter unserer Blasmusik stehen. Wir haben keinen Grund, uns zu verstecken. Musikalisch sind wir international konkurrenzfähig. Organisatorisch verfügen wir über starke Strukturen, viel Fachwissen und unglaublich grosses ehrenamtliches Engagement.

Auf diesem starken Fundament können wir aufbauen. Gleichzeitig verändern sich Gesellschaft, Freizeitverhalten und die Art, wie Menschen sich engagieren. Auch der SBV muss darauf Antworten finden. Wir überprüfen Strukturen und Einrichtungen, nutzen digitale Möglichkeiten und fragen uns, wo unsere Kräfte der Blasmusik den grössten Nutzen bringen.

Veränderung bedeutet nicht, Bewährtes über Bord zu werfen. Vereinskultur, gemeinsames Musizieren über Generationen hinweg, Freundschaften und Verbindlichkeit sind nicht Werte von gestern, vielmehr sind sie heute wichtiger denn je.

Ich wünsche mir einen Verband, der zuhört, verbindet und ermöglicht, der Bewährtes schützt, wo es wertvoll ist, Neues wagt, wo es uns weiterbringt. Wir brauchen eine Blasmusikszene, die nicht darauf wartet, was die Zukunft mit ihr macht, sondern diese Zukunft selbst gestaltet.

Denn die Zukunft der Schweizer Blasmusik ist nicht allein Aufgabe eines Verbandes oder einer Geschäftsstelle. Sie entsteht jeden Tag in unseren Probelokalen, Musikschulen und Vereinen – überall dort, wo jemand ein Kind für ein Instrument begeistert, wo ein Dirigent etwas Neues ausprobiert, ein Vorstand Gewohntes hinterfragt oder eine Musikantin nach vielen Jahren noch immer mit Freude in die Probe geht.

Weiterentwicklung beginnt nicht mit einem grossen Konzept. Sie beginnt im Kleinen und bei jedem von uns. Der SBV kann Impulse geben, Menschen zusammenbringen und gute Rahmenbedingungen schaffen. Gestalten können wir die Zukunft der Schweizer Blasmusik aber nur miteinander.

Nach meinem ersten Jahr überwiegt die Vorfreude auf alles, was wir zusammen noch daraus machen können. Die Schweizer Blasmusik hat eine grosse Tradition, und ihre Zukunft schreiben wir gemeinsam.

Beitrag teilen

Facebook
WhatsApp
Email
Telegram

Inhaltsverzeichnis

Das könnte dich auch interessieren

La Lyre de Farvagny
Seit achtzig Jahren eng verbunden

Was zeichnet Ihren Verein aus? Unser Zusammenhalt ist zweifellos das Fundament unseres Vereins: Gegenseitige Unterstützung sowohl auf musikalischer als auch auf sozialer Ebene gehört für uns fest dazu. Und dann…

Mockup Aargauer Kantonales Musikfest 2028
Aargauer Kantonales Musikfest 2028 kommt nach Baden

Vom 9. bis 11. Juni 2028 wird Baden zum Zentrum der Aargauer Blasmusik. Rund 5000 Musikantinnen und Musikanten und rund 10’000 Besucherinnen und Besucher werden pro Tag am Kantonalen Musikfest…