Im Jahr 2026 jährt sich der 25. Todestag des grossen Schweizer Komponisten Paul Huber. Er war einer der prägenden Komponisten seiner Zeit. Musikkommissionspräsident Thomas Trachsel hat sich Gedanken zu Paul Hubers Werken gemacht.
Paul Huber zählt zusammen mit Stephan Jaeggi, Robert Blum, Albert Benz und vielen weiteren Komponisten national wie international zu den wichtigsten Persönlichkeiten innerhalb der Blasmusikwelt. In seinem langen Leben hat er nebst vielen Werken für Sinfonieorchester, Ensembles, Einzelinstrumente und Chöre ein ebenso umfangreiches Oeuvre für Blasorchester und Brass Band verfasst. Es ist vor allem im Bereich der ernsthaften Musik angesiedelt.
Ein Oeuvre ernsthafter Musik
Dass Paul Huber mehrheitlich Werke im Bereich der ernsthaften Musik verfasst hatte, ist wahrscheinlich der Tatsache geschuldet, dass er schon im Kindesalter mit heftigen Schicksalsschlägen auskommen musste. Bereits in seinem zehnten Lebensjahr verlor Paul Huber seine Eltern. Während seine beiden Geschwister von einer Familie in St. Gallen aufgenommen wurden, wuchs er getrennt von ihnen bei der Familie Stolz auf. Dennoch verehrte er seine Pflegeeltern sehr und war ihnen zeitlebens dankbar.
Foto: Foto LautenschlagerIm Gedenken an seine jung verstorbenen Eltern verfasste Huber schon früh ein gewaltiges Requiem für Soli, Chor, Orgel und Orchester. Ebenso spiegeln viele seiner Werke den tiefverwurzelten Glauben und die Religiosität des Komponisten. Sein Glaube an die Liebe Gottes als starke Kraft gegenüber allem Dämonischen auf unserer Welt stand während seines ganzen Lebens im Zentrum seines Schaffens. So erschuf Huber Werke, die diesen gewichtigen Kern der Inspiration in sich tragen.
Nebst vielen Messen, der Sinfonie «De Nostrae aetatis angoribus» und seinem «Requiem» entstanden auch sinfonische Dichtungen für Blasorchester und Brass Band, die einen direkten Bezug zu den bereits erwähnten Themen haben. Zu nennen sind hier Werke wie «Evocationi», «Der Dämon», «Vision» etc.
Kompositionen mit alten Besetzungsformen
Es erscheint mir wenig verwunderlich, dass die Musik Hubers in der heutigen Zeit – unter Betrachtung seiner bevorzugten Inspirationsquelle und obwohl sie zeitlos ist – in den Konzertprogrammen unserer Orchester und Vereine nicht mehr oft Verwendung findet. Dies gilt übrigens auch für viele weitere Komponistinnen und Komponisten dieser Generation.
Ein weiteres Indiz dafür ist wahrscheinlich die Tatsache, dass die Instrumentation in seinen Werken noch auf älteren Besetzungsformen basiert, die heute im modernen Blasorchester und teilweise auch in den Brass Bands nicht mehr Standard sind.
Foto: Regina KühneEs ist wichtig, dass die Werke Hubers, und auch diejenigen weiterer Komponistinnen/Komponisten, nicht einfach neu instrumentiert werden. Die Klangfarben in den Instrumentationen im Original sollten nach Möglichkeit erhalten bleiben, gegebenenfalls müsste man kleine Retuschen vornehmen.
Wiederaufnahme ins Konzertprogramm
Nicht nur die Musikkommission des Schweizer Blasmusikverbands (SBV) und ich selbst als glühender Verehrer von Paul Huber, sondern auch viele namhafte Dirigentinnen und Dirigenten sowie Vertretende der nationalen und internationalen Blasmusikszene sind der Meinung, dass Hubers Musik wieder vermehrt Eingang in die Konzertprogramme finden soll.
Es geht in diesem Zusammenhang nicht nur um die Bewahrung unseres Kulturguts, sondern vielmehr darum, dass die äusserst wertvolle Musik von Paul Huber – und jene weiterer Komponistinnen und Komponisten – wieder aufgeführt wird. Deshalb möchten wir seitens des SBV in den Jahren 2026/2027 diverse Aktivitäten, Artikel, Konzerte, Kompositionswettbewerbe usw. organisieren, in denen das Schaffen von Paul Huber entsprechend gewürdigt wird. Wir freuen uns auf Ihre wertvolle Unterstützung!
Thomas Trachsel, Präsident der Musikkommission des SBV
Foto: zVG