Vom 29. Mai bis 1. Juni 2025 fand in Ulm und Neu-Ulm das 7. Deutsche Musikfest statt – ein klangvolles Grossereignis mit internationaler Ausstrahlung. Mitten im Geschehen: zwei Blasorchester aus der Ostschweiz, die mit musikalischer Klasse und beeindruckender Bühnenpräsenz überzeugten und für goldene Erfolge sorgten: die Musikgesellschaft Harmonie Appenzell (MGHA) und das Symphonische Blasorchester Kreuzlingen (SBO Kreuzlingen).
Nach einer entspannten Anreise mit SBB und DB – inklusive typisch deutscher Verspätung – traf die MG Harmonie Appenzell am Freitagmittag in Ulm ein.
Dreifacher Gold-Erfolg für die MG Harmonie Appenzell
Schon am Abend setzte sie ein erstes Ausrufezeichen: Beim mitreissenden Drum-Battle auf dem Münsterplatz begeisterten die Appenzeller Tambouren mit Präzision, Showelementen und mit dem wohl lautstärksten Fanclub des Abends. Der verdiente Lohn: der Sieg!
Foto: zVgAm Samstag folgte die nächste Herausforderung – der Marsch- und Showwettbewerb. Trotz anspruchsvollem Parcours überzeugte die MGHA auch hier: Mit 86.25 Punkten erreichte sie den zweiten Rang sowie das Prädikat Goldmedaille.
Höhepunkt war schliesslich der Konzertwettbewerb in der Kategorie 4 mit 19 teilnehmenden Vereinen aus dem In- und Ausland. Unter der Leitung von Benjamin Zwick präsentierte die MGHA die Werke Golden Land und Hermitage in beeindruckender Qualität. Ausdrucksstark, präzise und mit spürbarer Leidenschaft – und ja, auch mit ein paar Freudentränen – eroberten die Appenzeller die Herzen von Jury und Publikum.
Foto: Reto BollingerKreuzlinger Machtdemonstration in der Höchstklasse
Das Symphonische Blasorchester Kreuzlingen reiste am Samstagmorgen direkt zum Wettbewerbsort nach Neu-Ulm. Nach einer kurzen Einspielzeit im Probelokal betrat das 70-köpfige Orchester unter der Leitung von Stefan Roth die Bühne des Erwin-Scharff-Hauses. Der Konzertsaal war bis auf den letzten Platz gefüllt – gespannte Erwartung lag in der Luft.
Foto: Reto BollingerMit Bacchanale von Rolf Rudin und Wine-Dark Sea von John Mackey entfaltete das SBO Kreuzlingen ein Klangpanorama, das Publikum und Jury gleichermassen in den Bann zog. Kraftvoll, präzise und voller musikalischer Raffinesse – der Vortrag wurde mit stehenden Ovationen gefeiert.
Spektakuläre Rangverkündigung und grenzenloser Jubel
Am Abend folgte die grosse Rangverkündigung – in jeder Kategorie wurden sämtliche Platzierungen von hinten nach vorne bekannt gegeben. Die Spannung im Saal war greifbar. In der Kategorie 4 war bald klar: Die MG Harmonie Appenzell ist Deutsche Meisterin! Der Jubel brach spätestens bei der Bekanntgabe der 95 Punkte aus – ein überwältigender Beweis für das hohe musikalische Niveau und die intensive Vorbereitung.
Foto: zVgDoch auch die Höchstklasse hielt noch eine Überraschung bereit: Zwölf Spitzenorchester aus Deutschland, den Niederlanden, Österreich und der Schweiz standen im Wettbewerb. Als bei der Verkündung der zweitplatzierten Formation das SBO Kreuzlingen noch nicht genannt wurde, brach bereits lauter Jubel aus – und bei der Bekanntgabe der 96.88 Punkte kannte die Freude keine Grenzen mehr. Ein Meilenstein für das Orchester vom Bodensee!
Während die Kreuzlinger ihren Triumph ausgelassen im Reisecar auf dem Rückweg feierten, verwandelten die Appenzeller Ulm kurzerhand in eine Partyzone. Kleiner Reisetipp am Rande: Wer demnächst nach Ulm fährt, sollte sich vielleicht nicht gleich als Appenzeller outen …