Roman Limacher und Elisa Marchetti, die beiden neuen Vorstandsmitglieder des Schweizer Jugendmusikverbands (SJMV), schauen auf ihre ersten Erfahrungen im Verbandsvorstand zurück und teilen ihre Visionen für die Zukunft.
Am 2. November 2025 traf sich der Vorstand des Schweizer Jugendmusikverbands (SJMV) zu seinem Klausursonntag. Die Vorbereitung der Delegiertenversammlung am 14. März 2026 in Luzern, das nächste Schweizer Jugendmusikfest und die Jurierung der Förderpreise 2025 waren unter anderem Thema. Eine gute Gelegenheit, Roman Limacher und Elisa Marchetti zu Wort kommen zu lassen.
«Die Jungen in ihrer Leidenschaft unterstützen»
Roman zieht ein positives Fazit: «Die Zeit mit den Vorstandskolleginnen und -kollegen ist sehr lehrreich und bereichernd. Ich fühlte mich schnell und sehr herzlich ins Team aufgenommen und freue mich stets auf die konstruktiven Sitzungen und den tollen Austausch.»
Foto: RegaSeine Ziele für die Vorstandsarbeit formuliert er wie folgt: «Ich finde Traditionen enorm wichtig und schätze es sehr, solche zu erhalten. Gerade in der Musikszene funktionieren Generationen wunderbar zusammen und es finden fantastische Austausche statt. Wichtig ist dabei auch das Zulassen neuer Traditionen. Die jungen Musikerinnen und Musiker haben viele Ideen, sind motiviert und setzen sich gerne ein für unser generationenübergreifendes Hobby. Ich möchte die Jungen dabei unterstützen, ihren Drive auszuleben, ihre Kreativität fördern und ihnen Grundlagen bieten, um ihre Leidenschaft an nächste Generationen weitergeben zu können. Ein ewiger Kreislauf!»
Ihm ist ausserdem wichtig, dass die Jungen der Musikszene sich nicht kämpfend Gehör verschaffen müssen. «Das Fördern der Stärken, das Unterstützen bei Schwächen und das Schaffen von Erfolgserlebnissen oder zumindest im Verbandssetting, das Schaffen von Grundlagen dafür, liegt mir am Herzen.»
Foto: zVg«Mit Auftrittsmöglichkeiten Lust generieren»
Elisa möchte mit ihrem Einsatz im SJMV-Vorstand dazu beitragen, dass die Jugendlichen von heute das Musikmachen in einem besseren Umfeld geniessen können als sie. «Weil das Musikmachen nicht nur Arbeit ist, sondern ein Vergnügen. Es fördert die Entwicklung vieler Kompetenzen, der kognitiven, sozialen und sogenannten Soft Skills, die uns lebenslang begleiten.»
Sie träumt von einer Welt, in der alle Menschen ohne Leistungsdruck Kontakt mit der Musik haben können: «Musikalische Anlässe erleben, Instrumente ausprobieren, sein Instrument finden und Zeit damit erleben, ohne die hohen Ansprüche, unbedingt ‹Profi» zu werden.» Dabei sollen die Jugendmusiken möglichst viele Auftrittsplattformen haben, die Älteren zu den Jüngeren schauen und eine offene und konstruktive Kommunikation zwischen den verschiedenen Vereinen, Verbänden und Institutionen gepflegt werden.
Zum Schluss fügt sie noch hinzu: «Wie wir in Italien sagen: ‹L’appetito vien mangiando›, also ‹Der Appetit kommt beim Essen›. Das bedeutet nicht nur, dass die Italiener sehr gut kochen können, sondern dass mehr Lust generiert wird, je mehr Möglichkeiten es gibt. Je mehr Auftritts- und Sozialisierungsmöglichkeiten wir den Jugendlichen anbieten, desto mehr Lust haben sie, mitzumachen.»
Foto: Valentina Colombi