Rückblick auf die 30-Jahr-Jubiläumskonzerte des Harmonieblasorchesters musiXmaX in Niederlenz und Beinwil am See.
Klangstark und feierlich ertönte als Auftakt die «Jubilee Overture» von Philip Sparke, ein passender Einstieg fürs Jubiläumskonzert des Harmonieblasorchesters musiXmaX.
Eine Zeitreise durch die letzten 30 Jahre
Auch das nächste Werk – das wie fast alle Stücke an diesem Konzert in den letzten 30 Jahren schon einmal aufgeführt wurde – stammte vom gleichen Komponisten. Der «Orient Express» nahm die Zuhörenden mit auf die Zeitreise. Untermalt mit passenden Klängen des Perkussions-Registers hörte man den Zug bzw. die alte Dampflokomotive auf ihrer Fahrt in Richtung Osten.
Passend dazu folgte im Anschluss das Stück «Armenian Dances Part 1» von Alfred Reed. Diese schöne Suite verzauberte mit einer Mischung aus europäischen und orientalischen Klängen unter anderem im 5/8 Takt. Nach einem ruhigeren ersten Teil mit vielen solistischen Stellen folgte dann der sehr schnelle und rhythmische zweite Teil, der vor allem die Finger der Holzbläser strapazierte.
Foto: Eveline SturzeneggerLencis – Of Castles and Landscapes
George Gershwins «Cuban Overture» eröffnete den zweiten Konzertteil. Dieses spezielle Stück, das Gershwin einst während Ferien in Kuba komponiert hatte, forderte Orchester wie auch die Zuhörerschaft heraus: Kubanische Rhythmen und Melodien, aber jazzig angehaucht und mit ständig wechselnden Tonarten und ungewohnten Harmonien.
Den Höhepunkt des Konzerts bildete die Auftragskomposition «Lencis – Of Castles and Landscapes» des Schweizer Komponisten Franco Cesarini. Das dreisätzige Werk beschreibt musikalisch den Mittelaargau: im ersten Satz mit schönen Fanfaren das Schloss Lenzburg und seinen Ausblick auf weitere Schlösser in der Umgebung, dann mit ruhigen und fliessenden Tönen die vielen Flüsse, die sich im Wasserschloss treffen. Neuzeit und Industrialisierung werden mit einem rasanten dritten Satz mit repetitiven und harten Klängen dargestellt. Ein würdiges Geschenk, das sich musiXmaX zum 30. Geburtstag geleistet hat.
Foto: Eveline SturzeneggerEin fulminanter Abschluss
Im letzten Stück ging es mit hektischen Tönen weiter: «Godzilla Eats Las Vegas!» ist eine Parodie auf die Godzilla-Filme von Eric Whitacre. Eine Klangvielfalt aus Swing, Tango und Bigband-Musik aus der bunten Welt von Las Vegas wird immer wieder unterbrochen durch die stampfenden Schritte von Godzilla. Auf die Schreie der Touristen folgt Godzillas Lachen, genial durchs Posaunenregister gespielt.
Mit zwei Zugaben – Amazonia aus «Windows of the World» von Peter Graham und dem «Midway March» von John Williams – endete das Konzert.
Foto: Eveline SturzeneggerSeit 30 Jahren dabei!
Mit interessanten Zusatzinformation durchs Programm geführt hatte Alexandra Ledl. Sie zeigte mit einer kleinen Umfrage auch die bunte Durchmischung des Orchesters auf, von erstmals Teilnehmenden über die vielen, die schon über zehn Mal mitgespielt haben, bis zu einigen, die seit über zwanzig Jahren dabei sind.
Und für einen war es schon das dreissigste Mal: Als Gründungsmitglied und langjähriger Präsident steht Urs Holliger für musiXmaX. Auch Dirigent Roland Fröscher ist schon seit 2011 mit musiXmaX verbandelt. Und nicht zuletzt verdankt das Projektorchester sein langjähriges Bestehen einigen treuen Sponsoren, die das Vereinsbudget entlasten.
Herzlichen Dank an alle, die aktiv, passiv oder zuhörend zum 30-jährigen Jubiläum von musiXmaX beigetragen haben.