Atempause
Unterschätzt
Nach dem EMF hat mir eine Arbeitskollegin gestanden, den Anlass unterschätzt zu haben. Die Vielfalt der Musik von Wettstück bis Rahmenprogramm und die Freude der Musizierenden hätten sie begeistert.
Ich glaube, etwas Besseres kann uns gar nicht passieren. Wenn Fremde auf uns aufmerksam werden, ist ein Hauptziel erreicht: unsere Tätigkeit bekannter zu machen, unseren Stellenwert zu verbessern, andere Bevölkerungsschichten anzusprechen.
Eine Stossrichtung des EMF war, das enge Blasmusik-Korsett aufzubrechen. Der Festperimeter war erfüllt von Musik – von Klängen, die weit über die traditionelle Blasmusik hinausgingen. Das OK wollte zeigen, wie vielfältig geblasene Musik sein kann. Müsste dieser Teil, der gerade auch die Jungen begeistert, an künftigen Musikfesten nicht genauso integriert werden, wie die traditionellen Wettspiele?
Es geht darum, alle mitzunehmen. Das heisst aber auch, die Tradition nicht zu verleugnen. Im Rahmenprogramm hatten auch Blaskapellen und die Schweizer Garde ihren Auftritt. Was aber wirklich auffiel, ist die Begeisterung für die Parademusik. Das war gerade in Biel nicht zu erwarten. Doch das Publikum stand dicht gedrängt an den beiden Marschmusikstrecken und liess sich nicht einmal von den kurzen Regenschauern vertreiben.
Gerade diese Mischung zeigt, wohin sich unsere Szene entwickeln kann: offen, vielfältig und dennoch verwurzelt. Wenn es gelingt, Tradition und Innovation gleichwertig nebeneinanderzustellen, wird die Blasmusik nicht nur bestehen, sondern weiterwachsen. Unsere Szene ist dann am stärksten, wenn sie sich zeigt, statt sich abzugrenzen.
Theo Martin
Carte Blanche
Weshalb wieder mehr Kinder und Jugendliche musizieren: Ein Rückblick aus dem Jahr 2033.
Wer Ende der 2020er-Jahre auf die Schweizer Musiklandschaft blickte, hatte wenig Grund zur Euphorie. Die Musikschulen litten noch immer unter den Folgen der Corona-Pandemie. Die Anmeldezahlen waren eingebrochen und hatten sich nur teilweise erholt. Gleichzeitig wuchs die Sorge, dass den Musikhochschulen und Orchestern langfristig der Nachwuchs fehlen könnte.
Die Wende kam, als eine einfache Erkenntnis wieder ins Zentrum rückte: Ohne Breite keine Spitze! Hierfür fanden die Musikschulen Ende der 2020er-Jahre im Programm Jugend+Musik und den involvierten Amateurverbänden einen idealen Partner. Das Bundesamt für Kultur hatte bemerkt, dass über J+M zwar alle zur Verfügung stehenden Gelder ausgeschöpft, jedoch der ursprüngliche Sinn und Zweck des Programms, nämlich Kinder und Jugendliche ans Musizieren heranzuführen, nicht erfüllt war. Die Amateurverbände ihrerseits hatten danach ihren Blickwinkel besser einbringen können und zeigten, dass begeisterungsfähige Laien, die sich irgendwo in einem kleinen Dorf organisieren und mit Vorschulkindern auf fantasievolle Art singen und musizieren, genauso wichtig sind wie musikalisch top ausgebildete Leute.
Dank der vertieften Zusammenarbeit zwischen Amateurverbänden und Musikschulen steigt die Zahl der musizierenden Kinder und Jugendlichen seit Anfang der 2030er-Jahre wieder an. Langsam, aber stetig.
Foto: zVgPräsident des Eidg. Orchesterverbandes von 2013–2026
Verband
Seminarreihe 2026
Für alle Probenbesuche gibt es noch freie Plätze:
- 14.9.26: Langenthal (OBB, R. Fröscher)
- 20.11.26: Fribourg (La Landwehr, B. Hayoz)
- 27.11.26: Appenzell (MG Harmonie, B. Zwick)
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- 2.–8.8. Wind Conducting Course, Sherborne (GB)
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- 10.–13.9. Swiss Conducting Competition, Baden
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Walter Benjamin
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