MAESTRO Mai 2025

Symbolbild mit Notenblatt

Beitragsbild: zVg

Atempause

Uns besser vermarkten

Neulich, am Arbeitsplatz in der Redaktion «Bieler Tagblatt»: Wie aus dem Nichts fragt eine Kollegin, was eigentlich böhmische Blasmusik sei. Erste Ideen und Vermutungen werden herumgeboten – bis der Regionalleiter einwirft, da wisse doch Theo Bescheid.

Ich setze also zu einer Erklärung an, benutze Fragmente wie «Blaskapelle», «besondere Form der Blasmusik», «charakteristischer Klang und Stil» usw. So weit, so gut – bis die Kollegin fragt, ob da auch mal die Post abgehe? Ich sage nur: «Gib doch mal ‹Woodstock der Blasmusik› ein.»

Zuerst rundherum Gelächter; verständlich, der Begriff Woodstock weckt normalerweise nicht gerade Assoziationen an die Blasmusik. Danach ungläubiges Staunen: Was, so viele Leute – und so viele junge Menschen? Die Bilder auf der Website begeistern die Kolleginnen und Kollegen, die sonst mit Blasmusik nichts am Hut haben.

Das Fazit aus dieser Episode, kurz bevor es ins Wochenende geht: Wir müssen uns besser verkaufen und immer wieder von unseren Leistungen sprechen.

Das Eidgenössische Musikfest ist eine Chance, Leute anzusprechen, die normalerweise nicht an der Blasmusik interessiert sind. Aber eigentlich gilt diese Botschaft ständig: Wir müssen unsere Leistungen proaktiv bewerben und regelmässig über unsere Erfolge sprechen. Es reicht nicht, darauf zu warten, dass andere von uns erfahren. Vielmehr sollten wir aktiv daran arbeiten, unsere Stärken bekannt zu machen.

Theo Martin

Carte Blanche

Musik unter der Bundeshauskuppel

Meine Querflöte habe ich inzwischen gegen mein Ursprungsinstrument Klavier eingetauscht. Es bleiben beste Erinnerungen an meine Blasmusikzeit, begonnen in der Kadettenmusik Zug, gefolgt von der Rekrutenschule und den WK im Spiel des Regiments 29. Ich genoss es, mit Flöte/Piccolo nicht nur das grosse Blech zu übertönen, sondern auch unsere Konzerte zu moderieren, was mich als Redner (auch für die spätere politische Bühne) trainierte.

Musik hat auch in Bundesbern ihren Platz. Seit der Verankerung der musikalischen Bildung in unserer Verfassung (Art. 67a) ist es zwar politisch etwas ruhiger geworden, aber nicht weniger wichtig: Das Breitenförderungsprogramm «Jugend und Musik» ist gut gestartet, wenngleich es noch nicht so bekannt ist wie das Vorbild «Jugend und Sport». Erfolgreich abgeschlossen wurde sodann die zweijährige Pilotphase des Programms «Junge Talente Musik» mit schweizweit fast 1200 geförderten Talenten; es wird ab 2025 definitiv durchgeführt.

Mich freut, dass viele Parlamentsmitglieder kulturnah und musikaffin sind. Davon zeugen vier Parlamentarische Gruppen mit den Namen «Musik», «Volkskultur & Volksmusik», «Rock & Pop» und «Kultur». Zudem gibt es eine eigene Bundeshaus-Band, deren Besetzung ebenso vielfältig ist wie diejenige der Fraktionen im Bundeshaus: Da finden sich Holz- und Blechblasinstrumente, Geigen, Gitarre und Schlagzeug.

Die eben im Zugerland durchgeführte Feier zu Ehren des neu gewählten Bundesratsmitglieds Martin Pfister zeigt, dass Blasmusik, marschiert und konzertant, aus dem politischen Leben nicht wegzudenken ist!

Porträt von Ständerat Matthias Michel, FDP-ZG Foto: Keystone/Alessandro della Valle
Matthias Michel, Ständerat, FDP/Zug

Verband

Spannende BDV-Anlässe

Neben unserer beliebten Reihe der Probenbesuche findet das jährliche Weiterbildungsseminar unter dem Titel «Dirigentinnen im Fokus» am 27. September in Heerbrugg statt. Drei Referentinnen und ein junger Komponist werden zu Themen wie Finanzen, Leadership, Dirigieren und neue Kompositionen sprechen. Zudem leitet I. Ruf-Weber einen Dirigierworkshop.

Wir freuen uns auf euren Besuch – bitte rasch mit der Anmeldekarte oder unter dirigentenverband.ch anmelden, da die Platzzahlen teilweise begrenzt sind.

Agenda

29.5.–1.6. Deutsches Musikfest in Ulm & Neu-Ulm
6.–8.6. Internationales Blasmusikfestival «Der böhmische Traum», Brand-Nagelberg (A)
4.–19.7. Montreux Jazz Festival

Vox Humana

«Jeder Fehler erscheint unglaublich dumm, wenn andere ihn begehen.»
G. Ch. Lichtenberg

Impressum

Offizielles Mitteilungsorgan des Schweizer Blasmusik-Dirigentenverbands (BDV). Erscheint vierteljährlich im unisono.

Chefredaktor

Ernst May
Breitenlooweg 8, 8047 Zürich
may.ernst@dirigentenverband.ch

Red. Mitarbeiter

Theo Martin, 2553 Safnern
Isabelle Gschwend, 6033 Buchrain

Adressänderungen

Beni Hodel, 6212 St. Erhard
beni.hodel@dirigentenverband.ch

28. Jahrgang
Die nächste MAESTRO-Ausgabe erscheint im unisono 6/2025.

www.dirigentenverband.ch

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