Einerseits gibt es eine neue Edition zum 200. Geburtstag von Johann Strauss. Andererseits wartet ein ausdrucksstarkes Album mit neuer Advents- und Weihnachtsmusik für Blasorchester auf Entdeckung. Es beinhaltet Kompositionen für die Zeit der Besinnung und (Vor-)Freude.
Am 25.10.1825 erblickte Johann Strauss das Licht der Welt – sein Geburtstag jährt sich also in diesem Jahr zum 200. Mal. Nichts liegt näher, als dieses Jubiläum mit einer eigenen Edition zu feiern. Mit 15 Stücken zeigt der Musikverlag RUNDEL in seiner brandneuen Strauss-Edition, wie wunderbar sich seine Musik durch pfiffige Arrangements auch für reines Blasorchester eignet.
Foto: Rundel MusikverlagDer Walzerkönig konnte auch Märsche
Den meisten Musikern ist Johann Strauss (Sohn) als Walzerkönig bekannt. Zu Recht – immerhin schrieb er fast 500 Stück davon, und auch in dieser Johann-Strauss-Edition sind einige neu arrangierte Walzer enthalten, wie etwa «Rosen aus dem Süden», «Wein, Weib und Gesang» oder die
«Frühlingsstimmen».
Doch Strauss konnte noch mehr – auch Polkas und Märsche. Um
diese Vielfalt gebührend zu feiern, enthält die Edition «Spanischer Marsch» und «Persischer Marsch», beide neu arrangiert von Stefan Schwalgin, ebenso wie die schnelle Karnevals-Polka «Leichtes Blut», die «Annen-Polka» sowie die Ouvertüre zur Operette «Zigeunerbaron», alle arrangiert vom Verlagsgründer Siegfried Rundel.
Foto: Rundel Musikverlag15 Arrangements in mitteleuropäischer Besetzung
Alle 15 Bearbeitungen sind besonders praxisorientiert angelegt und teils für Mittelstufe, teils für Ober- oder sogar Höchststufe geeignet. Die Notenausgaben erscheinen – angelehnt an die in Mitteleuropa übliche Besetzung – vollständig, also auch mit Stimmen für Flügelhorn, Tenorhorn und Bariton. Alle Bearbeitungen sind entweder komplett neu erstellt oder überarbeitet worden und erscheinen nun neu editiert.
Viele Bearbeitungen sind ausserdem bereits durch renommierte Orchester eingespielt worden, die den Facettenreichtum und die Klangvielfalt der Arrangements mit höchster Präzision herausarbeiten.
Foto: Rundel MusikverlagVom Dunkel ins Licht
Das titelgebende Werk «Adventslicht» von Florian Ziller eröffnet das klangvolle Album mit zehn Werken und verleiht diesem nicht nur seinen Namen, sondern dient gleichzeitig auch als dessen musikalischer Wegweiser. Die bewegende Fantasie beschreitet – wie auch das Album selbst – den Weg aus der Dunkelheit ins Helle und rückt die drei traditionellen Adventslieder «Morgenglanz der Ewigkeit», «Wie schön leuchtet der Morgenstern» und «Was soll das bedeuten» in ebenso sanftes wie strahlendes Licht.
Das aus den «Zwölf geistlichen Gesängen» von Max Reger stammende und von Kurt Gäble kompositorisch umsichtig erweiterte Wiegenlied «Schlaf‘, mein Kindelein» erzielt – wie auf dem Album eindrucksvoll zu hören ist – vor allem durch die gemeinsame Aufführung mit einem (gemischten) Chor eine besonders ergreifende Wirkung.
Weihnachtliche Farben
«Vier weihnachtliche Farben» kann als vollständige Suite aufgeführt oder auch in Form einzelner musikalischer Ruhepunkte in ein Konzertprogramm eingebettet werden.
Der österreichische Autor Martin Scharnagl wählte für seine vier ebenso traditionellen wie innovativ-kreativen Miniaturen die besonders stimmungsvollen Lieder «Leise rieselt der Schnee», «Zu Bethlehem geboren», «Es wird scho glei dumpa» und «Stille Nacht, heilige Nacht».
Internationale Impressionen
Für internationales Kolorit sorgen insgesamt sechs gänzlich unterschiedliche Werke: Der amerikanische Komponist James L. Hosay widmete «Christmas in Ireland» seiner Mutter, die zeitlebens besonders stolz auf ihre irischen Wurzeln war. Entstanden ist ein beeindruckendes Konzertwerk, das mit «Once in Royal David‘s City» und «Wexford Carol» die eher beschaulich-introvertierte und mit «Carol of the Birds» und «While Shepherds watched their flocks» die tänzerisch-ausgelassene Seite irischer Weihnachtsbräuche beleuchtet.
Auch der Komponist Alfred Bösendorfer interessierte sich stets für unterschiedliche Länder mit ihrer ureigenen Kultur und Musik. In Form einer fesselnden Programmmusik eröffnet uns der Tonschöpfer die strahlendglitzernde, vor allem jedoch düster-geheimnisvolle Welt der «Rumänischen Weihnacht».
Foto: Rundel MusikverlagRichard Eilenbergs «Petersburger Schlittenfahrt» (arr. Stefan Schwalgin), Lars Ericsens «Snowball Fun» und das optional auch mit Chor aufführbare «Oh Yes, Believer!» von Thiemo Kraas strotzen hingegen von ausgelassener Fröhlichkeit. Letzteres stammt vom englischsprachigen Advents- und Weihnachtslied «The Virgin Mary had a baby boy» und entführt einen in Form eines tänzerischen Calypsos auf die karibischen Inseln.
Kurt Gäbles auf einer Volksweise und dem sogenannten Waisenblasen basierende «Kimmt schea hoamli die Nacht» komplettiert mit einem alpinen Abstecher das Sextett internationaler Impressionen.
Die Winterrose
Das umfangreichste Werk des Albums stellt «Die Winterrose» von Kurt Gäble dar. Die Kombination besinnlicher Texte, die von einem Sprecher vorgetragen werden, mit einem aus acht Stationen bestehenden Liederzyklus für Blasorchester und (optionalen) Chor, schafft ein zutiefst bewegendes Gesamterlebnis.
Das bereits im Jahr 1997 veröffentlichte Werk gehört zu den absoluten Klassikern der adventlich-weihnachtlichen Literatur für Blasorchester. Die aus Direktion, Partitur und Textmaterial bestehende Notenausgabe wurde nun jedoch gänzlich überarbeitet, neu editiert und mit der vorliegenden Einspielung veredelt.
Das unter der Leitung von Major Alexander Kalweit musizierende Luftwaffenmusikkorps Münster und der Projektchor Köln sorgen für einen gut einstündigen musikalischen Hörgenuss par excellence.