Am 1. Februar 2026 hat Peter Schmid die neu geschaffene Funktion «Leiter Fachstelle Musik» beim SBV angetreten. Als Mitorganisator am EMF26 in Biel hat er seine Bewährungsprobe bereits bestanden. Im Interview mit «unisono» stellt der studierte Blasmusikdirigent und Musikalienhändler sich und seine Arbeit vor und verrät, warum er bereit war, etwas Neues zu wagen.
Peter Schmid, stelle dich kurz vor.
Ich bin 52 Jahre alt und wohne mit meiner Familie – meiner Frau Judith und unseren drei Kindern – in Luzern. Ich bezeichne mich gerne als Blasmusik-Enthusiast.
Du bist mit der Blasmusik eng verbunden, erzähle.
Ja, die Blasmusik begeistert mich seit ersten Teilnahmen an Solistenwettbewerben und meinem Welschland-Aufenthalt Anfang der 90er-Jahre mit Sieg am Brassband-Wettbewerb. Prägend war zudem die Mitgliedschaft in der Brass Band Bürgermusik Luzern.
Seit vielen Jahren arbeite ich auch gerne hinter den Kulissen der Blasmusikbühne. Als ehemaliger Musikkommissionspräsident des Luzerner Kantonalen Blasmusikverbandes und Mitglied der Musikkommission (Muko) des SBV durfte ich schon an vielen interessanten Projekten mitarbeiten.
Foto: zVgDu hast dich auch beruflich für die Musik engagiert.
Die Musik und speziell die Blasmusik – unterrichten und dirigieren –, war schon immer mein Hobby. Meine Lehre als Musikalienhändler – mit einem Buchhändler vergleichbar – brachte mich zu den Musiknoten. Daraus wurde eine Leidenschaft, die mich bis heute fesselt.
Warum der Wechsel vom Geschäftsführer des Notencafés zum SBV?
Nach 22 Jahren im Notencafé – das ich gegründet habe – hat mich das Inserat des Blasmusikverbands angesprochen. Auch die neue Konstellation mit Gian Walker als CEO motivierte mich, den Schritt zu wagen.
Foto: Philipp RenggliMit deinem Einsatz am «Eidgenössischen» (EMF26) hast du die Feuertaufe beim SBV glänzend gemeistert. Was waren deine Aufgaben?
Erst spät in der Planung zum Team gestossen, durfte ich die Jury und ihre Assistenten betreuen, Partituren von den Vereinen einfordern und sie an die Experten versenden. Zu meinen Aufgaben gehörte auch die Zusammenarbeit mit Verlagen und Komponisten.
Zudem haben wir vor dem Fest im Team hunderte (!) E-Mails von den Vereinen beantwortet. Die meisten musikalischen Anfragen landeten auf meinem Pult. Am Fest selbst durfte ich im Festbüro die Ranglisten, Rangverkündigungen und den Ablauf der Wettbewerbe überwachen und bei (wenigen) Problemen eingreifen.
Foto: zVgDein «EMF26-Special»?
Aus stündlichen Telefonaten mit den Wetter-Experten habe ich gelernt, was passieren kann, wenn sich «eine Zelle über dem Jura auf- und abbaut». Anhand dieser detaillierten Informationen haben wir die Durchführung der Parademusik blockweise freigegeben. Bis auf wenige Vereine konnten so alle ihren Marsch vorführen.
Wie sehen deine weiteren Aufgaben beim SBV aus?
Als Nächstes betreue ich die Conducting Competition. In Zukunft werde ich für alle musikalischen Wettbewerbe im Hause SBV verantwortlich sein.
Dazu gehören auch erste Abklärungen für das EMF 2031 im Rheintal.
Foto: zVgWelches Ziel verfolgst du?
Wenn diese sich periodisch wiederholenden Wettbewerbe gut funktionieren, möchten wir auf der Geschäftsstelle gemeinsam mit der Muko auch neue Projekte anpacken. Die Geschäftsstelle als Dienstleistungszentrum, neue Formen der Weiterbildung, Entwicklung neuer Formate zur Förderung der Blasmusik sind nur einige Stichworte.
Was bedeutet dir die Musik?
Die Blasmusik oder die Musik im Allgemeinen ist – nebst dem Fussball [lacht] – etwas, was Emotionen auslöst. Und wo Emotionen sind, sind Menschen. Ich mag das Gespräch mit ihnen. Emotionen machen uns lebendig. Wenn man Emotionen und Erlebnisse, wie in unserem Fall, mit anderen teilen kann, ist das grossartig.
Der Blasmusikverein ist ein unvergleichlich heterogenes Gefäss. Wo sonst spielen alle Altersklassen und sozialen Schichten in einer Gruppe? Für unser Hobby ist dies eine grosse Chance, aber zugleich eine Gefahr. Wir sollten die positiven Wirkungen auf die physische und psychische Gesundheit, den sozialen Zusammenhalt etc. noch besser zu unseren Gunsten nutzen.