Am grössten ist die Blasmusik

Illustration von Sandra Tinner
Diese Illustration zeigt Sandra Tinner vom Schweizer Musikrat, die im Bundeshaus für die Musizierenden in der Schweiz lobbyiert.

Featured image: Anna Haifisch

Folgendes Interview mit Sandra Tinner, Geschäftsleiterin und Leiterin politische Arbeit des Schweizer Musikrats (SMR) ist im «wobei» erschienen, dem Magazin der Wochenzeitung WOZ vom 23.03.2023. Jan Jirát hat das Interview geführt.

Sandra Tinner, Sie lobbyieren im Bundeshaus für die Musizierenden. Wie sind Sie zu Ihrem Badge gekommen?

Ich habe ihn von meinem Vorgänger geerbt, nachdem ich letztes Jahr die Stelle der Leiterin politische Arbeit beim SMR übernommen habe.

Ihr Blick aufs Bundeshaus ist also relativ frisch. Was ist bisher hängen geblieben?

Hauptsächlich, dass es viel Geduld braucht und dass man wegen kleiner Niederlagen keineswegs aufgeben darf. Für die Kultur findet man bei fast allen Parteien zunächst ein offenes Ohr. Wenn es aber konkret wird, es also um finanzielle Unterstützung geht, wird es schwierig, weil es immer «andere Prioritäten» gibt. Zurzeit dominieren die Energie- und die Sicherheitspolitik die Agenda und auch die Budgets. Davor war es Corona. Die Musik und generell die Kultur gehen oft vergessen.

Gibt es trotzdem auch positive Entwicklungen?

Eine Erfolgsgeschichte ist sicherlich, dass die Musik- und die Kulturbranche während der Pandemie zusammengehalten haben. Daraus ist die sogenannte Taskforce Culture entstanden, die sich bis heute austauscht und vernetzt. Das ist sehr wertvoll, auch für meine politische Arbeit.

Bei vielen Verbänden ist relativ klar, welche Interessen sie vertreten. Nicht so beim Musikrat, das ist ja ein sehr weites Feld…

Ja, und wir decken die ganze Bandbreite ab: von freien Musikschaffenden über Musikverlage bis hin zur Militärmusik. Der grösste Verband, den wir vertreten, ist übrigens der Blasmusikverband (SBV). Wir befassen uns aber etwa auch mit dem Thema Musikstreaming. Der grösste Streamingkonzern hat hierzulande keinen Sitz, alles wird von Berlin aus bewirtschaftet – zum Nachteil der Schweizer Kunstschaffenden, weil sie international kaum berücksichtigt werden. Wir haben das Thema bei Pro Helvetia platziert.

Das Interview mit Bild darf «unisono» mit freundlicher Genehmigung der WOZ sowie der Illustratorin Anna Haifisch veröffentlichen.

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