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Die Freude am Musizieren

Porträt Roman Caprez
Die Freude am und beim gemeinsamen Musizieren ist ein zentrales Element für den vielseitig engagierten Musiker und Dirigenten Roman Caprez.

Seine ersten musikalischen Schritte unternahm Roman Caprez in der Familie: Sein Vater unterrichtete ihn auf der Trompete. Später wechselte er auf «sein Instrument», die Posaune, und spielte als Soloposaunist in der Brass Band Sursilvana.

Lagerwochen und Studium

Tolle Erfahrungen und gute Erinnerungen verdankt er den Lagerwochen der Jugend Brass Band Graubünden, in denen immer wieder ausländische Dirigenten und Registerleiter mit den motivierten Jugendlichen gearbeitet haben. 1999 begann Roman Caprez sein Studium bei Stanley Clarke an der Musikhochschule Zürich. Gleichzeitig trat er in die Brassband Bürgermusik Luzern ein. Während seines Studiums habe er alle möglichen Auftrittsmöglichkeiten genutzt und so viele Erfahrungen als Musiker gesammelt, unter anderem auch im Schweizer Jugendsinfonieorchester. Bis heute spielt er in verschiedenen Berufsorchestern mit.

Weg zum Dirigenten

Eigentlich habe er nie das Ziel gehabt, Dirigent zu werden, erklärt Caprez im Gespräch. Aber ein Kollege der MG Falera habe ihn so lange gedrängt, das dort vakante Amt zu übernehmen, bis er schliesslich zugesagt habe. Dazu bildete er sich privat bei Ludi Wicki weiter. Zudem erlebte er als Musiker sehr viele Dirigenten und lernte von diesen, «wie man es macht – und manchmal auch, wie nicht». 2005 übernahm Roman Caprez die Leitung der Brass Band Sursilvana, die er bis 2019 sehr erfolgreich dirigierte. Seit 2010 steht er auch vor der MG Brass Band Root.

Seine Vielseitigkeit zeigt sich indes beim Dirigieren – so leitet er auch Harmonievereine: Lange Zeit die Feldmusik Baar und bis heute die Young Wind Band Rontal, mit der er am Eidg. Jugendmusikfest 2023 in der Oberstufe den 1. Rang in der Konzert- und Parademusik erzielt hat. Zudem ist er auch als Musiklehrer tätig und seit 2017 Bereichsleiter für Perkussions- und Blasinstrumente an der Musikschule Rontal.

Proben – nicht üben

Für Roman Caprez ist die Qualität der Werke für die Probearbeit ein sehr wichtiger Punkt. Das sei die Basis für tolle Proben und erfüllende Konzerte. Natürlich bereitet er seine Proben genau vor, es ist ihm aber wichtig, offen zu sein und spontan auf deren Entwicklung zu reagieren. Im Zentrum steht für ihn die Freude: Das gemeinsame Musizieren müsse immer Freude bereiten. Zudem sei es wichtig, die Musikantinnen und Musikanten zu begeistern, sie zu motivieren, ihre Komfortzone zu verlassen und sich etwas (mehr) zuzutrauen.

Ganz zentral in seiner Probearbeit ist, dass er probt und nicht übt! Er habe es als Musikant gehasst, in der Probe zu sitzen und warten zu müssen, weil andere Register Läufe üben mussten. Es sei nicht fair, wenn diejenigen, die zuhause geübt haben, in der Probe warten müssen, weil die anderen nicht geübt haben. In der Probe wird geprobt, geübt wird zuhause! Daran hält er bei allen seinen Bands fest.

Gastdirigate und Ausblick

Auf die Frage, welchen Tipp er Kolleginnen und Kollegen geben könne, verweist er auf die sehr guten Erfahrungen mit Gastdirigenten. Ab und zu mal einen Kollegen oder eine Kollegin für ein Probeweekend einzuladen und mit dieser Person zusammen die Proben zu gestalten sei bereichernd. Die Beobachtungen und Gespräche über die Arbeit helfen. Es ist auch interessant, bei diesen Gelegenheiten die eigene Band mal «von hinten» zu beobachten.

In naher Zukunft wird er mit Risch Rotkreuz ein Konzert mit einer Pianistin bestreiten, mit Root in einer Schwing-Arena konzertieren und mit der Young Wind Band in Faido am Tessiner Kantonalmusikfest teilnehmen. Ganz sicher wird dort immer mit viel Freude musiziert werden.

Persönliches

  • Instrument: Posaune
  • Vereine: Young Wind Band Rontal, BB MG Root, BB MG Risch Rotkreuz
  • Motto: Die Freude steht an erster Stelle.
  • Kummerkasten: Kenne ich nicht, es gibt für alles eine Lösung.
  • Ergänze: Ein Dirigent sollte mit seinen Musikantinnen und Musikanten auf Augenhöhe kommunizieren, eine gute Aufführung wird nur gemeinsam erreicht.
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