RhineTalents goes America

Gruppenbild der Jugendlichen mit ihren Begleitpersonen im Grünen
59 Musikerinne und Musiker

Featured image: zVg

Einmal in den USA auf Tournee gehen und vor grossem Publikum spielen – davon mögen so manche junge Musizierende träumen! Für 59 Rheintaler Musiktalente im Alter zwischen 15 und 25 Jahren ist der Traum wahr geworden. Das Projektorchester «RhineTalents» ist während zwei Sommerferienwochen durch den US-Staat Michigan getourt.

«Diese Reise war eine einzigartige Erfahrung. Wir haben viel erlebt und durften wunderbare Menschen kennenlernen – eine Zeit, die ich nicht vergessen werde», sagt Teilnehmerin Klara Hug.

Viel Publikum honoriert die intensive Vorbereitung

Der Reise gingen intensive Probemonate voraus, in denen die RhineTalents auch am Kreismusiktag in Diepoldsau sowie beim Jugendmusiktreffen des SGBV in Widnau auftraten. «Wir studierten auch Stücke der ersten Stärkeklasse ein. Vor der Reise erzählten uns manche Eltern, dass ihr Nachwuchs so viel übt wie schon lange nicht mehr», sagt Patrick Bichler.

Die Vorbereitung der vergangenen Monate hat sich gelohnt. Wo die RhineTalents auftraten, war das amerikanische Publikum begeistert. Die Tour startete in Chicago und führte zunächst nach Grosse Pointe, einer malerischen Vorstadtsiedlung vor den Toren Detroits.

Die RhineTalents auf der Bühne aus der Vogelperspektive

Abwechslungsreiches Programm in grossen Konzertsälen

Es folgte die Weiterreise ins ländliche Manchester, nicht zu verwechseln mit der englischen Industriestadt. Letzter Halt war bei Muskegon am Michigansee, wo das «Blue Lake Fine Arts Camp (BLFAC)», ein typisch amerikanisches Sommerlager für Kunstbegeisterte, auf die RhineTalents wartete.

Ausschnitte der Auftritte in der Playlist anschauen und hören

«Beautiful and sonorous» (schön und klangvoll) lautete dort das musikalische Fazit von Gretchen Stansell, der Mitgründerin des Sommerlagers und des internationalen Austauschprogramms. Im Verlauf der Reise spielten die Rheintaler Musikerinnen und Musiker in grossen Sälen und in der bekannten Steward Shell Arena. Dabei boten sie ein abwechslungsreiches Programm: Schwungvolle Märsche und klassische Blasmusikliteratur waren ebenso Teil des Repertoires wie populäre Titel.

Stansells Feedback lautete insgesamt:

«I had the pleasure of hearing your BLFAC Concert this past Monday, and wanted you to know how truly impressed I was with your performance! The sound was beautiful and sonorous . . . and under your excellent leadership they played with expression (musically). The balance was good (not easy in the Shell) . . . The repertoire was varied, interesting and pleasant to listen to.»

Mehr Reiseeinblicke und Infos über die RhineTalents

Zwischen Noten und amerikanischem Lifestyle

Gewohnt haben die Rheintaler Musikerinnen und Musiker bei Gastfamilien. So nahmen sie ein Bad in der amerikanischen Lebensrealität: Pancakes zum Frühstück und Englisch reden. Die jungen Erwachsenen machten viele neue Erfahrungen, manchmal auch fordernde. Wie reagieren, wenn sich die Gastmutter plötzlich ungefragt über US-Präsident Donald Trump auslässt?

Patrick Bichler sagt darum: «Die Mischung aus musikalischer Höchstleistung und Einblicken in den amerikanischen Familienalltag machte die Reise zu einem vielschichtigen Erlebnis.» Den Jugendlichen und jungen Erwachsenen wird diese Reise in einmaliger Erinnerung bleiben. Sie hat sie auf ihrem musikalischen Weg vorwärtsgebracht.

Jugendliche mit Skyline im Hintergrund Foto: zVg

Sehr schön fasste die Teilnehmende Bianca Graf die Reise zusammen:

«Ich durfte den amerikanischen Lifestyle hautnah erleben. Dabei wurde mir (erneut) bewusst, dass Fast Food wohl nie mein Lieblingsessen sein wird – und das ist auch gut so! Das Leben in den Gastfamilien hat mir gezeigt, wie unterschiedlich Menschen wohnen und ihren Alltag gestalten. Besonders spannend war der Austausch über verschiedenste Themen – von Alltagsfragen bis zu kulturellen Unterschieden.

In Chicago konnten wir das städtische Leben entdecken, während wir in Manchester und Muskegon einen Einblick in das eher ländlich geprägte Amerika erhalten haben. Ein absolutes Highlight waren für mich die drei Konzerte, die wir gemeinsam als RhineTalents erleben durften – Gänsehautmomente inklusive! Diese Reise hat mir nicht nur neue Perspektiven gezeigt, sondern auch Freundschaften und Erinnerungen geschenkt, die mich sicher noch lange begleiten werden. Ich würde mich jederzeit wieder für ein solches Projekt anmelden – vielen herzlichen Dank für diese grossartige Erfahrung!»

Weitere Auftritte in der Schweiz

Die US-Reise mag mittlerweile zu Ende sein, doch das Projekt ist noch nicht abgeschlossen. Am 8. September spielen die «RhineTalents» in Rebstein SG in der Progyhalle. Und bringen vielleicht ein bisschen Michigan ins Rheintal. Ein Fan in Übersee war dermassen begeistert von den Musiktalenten, dass er für das Konzert anreisen will.

Und am 13. September tritt das Projektorchester nochmals beim «Home Coming»-Konzert in Marbach SG auf, zur Feier des 100-jährigen Bestehens des Musikvereins Marbach.

Das Projekt «RhineTalents»

Das Projekt, das von Anfang an auf grosses Interesse stiess, haben Michael Wachter und Patrick Bichler mit einem eigens gegründeten Verein auf die Beine gestellt: Sie planten und sammelten Sponsorengelder, ohne die sich das Vorhaben kaum hätte finanzieren lassen. Das OK, bestehend aus weiteren Vertretern der Rheintaler Musikvereine, wollte nicht nur ein aussergewöhnliches Erlebnis ermöglichen, sondern die jungen Musiktalente auch fordern.

fünf Personen stehen im Halbkreis, hinter ihnen eine Schweizer und eine US-Flagge. Foto: zVg
Begleitpersonen v.l.n.r: Patrick Bichler (OK-Präsident), Rich Erne (Lokale Organisation Blue Lake Fine Arts Camp), Michael Wachter (Musikalischer Leiter), Andrea Stieger und Markus Zäch (beide Reiseleitung)

Ohne die finanzielle Unterstützung der zahlreichen Sponsoren (inkl. J&M) und insbesondere der Hauptsponsoren – Raiffeisenbanken (inkl. Crowdfunding), Stiftung CVJM St. Gallen, Rheintaler Ortsgemeinden, St. Galler Kantonalbank und Peter Heule Stiftung – wäre ein solches Vorhaben nicht möglich. Besten Dank im Namen der Jugendförderung.

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