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Sie verteidigt gute Musik

Monika Schütz beim Dirigieren
Monika Schütz schätzt das Kreative beim Musizieren. Ein Gespräch über magische Momente, die Literaturauswahl und das Klassenmusizieren.

Magische Momente treiben die Zürcher Dirigentin Monika Schütz an. «Die Musik lebt, wenn Emotionen entstehen», sagt sie. Ein Beispiel dafür war eine Bundesfeier im Nationalratssaal – wenn jedes Mitglied spürt, dass jetzt etwas Magisches entsteht, das man nicht erzwingen kann.

Monika Schütz stammt aus einer musikalischen Familie. Der Vater war Vereinspräsident, die Mutter hat ein Jugendspiel aufgebaut. Dirigentin geworden ist die Tochter aber, weil sie die Kreativität beim Musizieren fasziniert. Schon als 16-Jährige hat sie sich gefragt, wie es der Dirigent macht und wie ein Musikstück aufgebaut ist.

Tolle Musik

Nach dem musikalischen Gymnasium folgte das Klarinettenstudium in Luzern bei Antony Morf. Anschliessend absolvierte sie – was eigentlich gar nicht geht – gleichzeitig das Dirigieren in Basel bei Felix Hauswirth und das Konzertdiplom in Zürich bei Elmar Schmid.

Geschätzt hat sie in der Ausbildung vor allem die Praxis, etwa das Ensemble-Dirigieren. In dieser Zeit ist auch der Kontakt zur Militärmusik entstanden. Sie hat tolle Werke wie die Strauss-Serenade kennengelernt. Die Dvořák-Serenade war Aufgabe an der Abschlussprüfung. Gerne hatte sie die Klassenstunden, insbesondere die Diskussionen über Literatur, den Austausch in der Klasse und das dadurch entstandene Netzwerk.

Strukturiert arbeiten

Im Studium hat Monika Schütz vor allem auch gelernt, strukturiert zu arbeiten. Das ist etwas, was sie heute als Mutter, Lehrerin und Co-Präsidentin des Zürcher Blasmusikverbands sehr schätzt. Wie fast alle Dirigenten sagt sie aber rückblickend, dass sie heute viel früher mit dem Klavier und dem Partiturspiel beginnen würde.

Im Verein schätzt die Dirigentin das Gefühl, gemeinsam etwas zu erreichen. Mittel dazu sind der Spassfaktor und die Motivation. Anspruchsvoll ist die Balance zwischen künstlerischem Wirken und massentauglichen Werken. Schütz ist überzeugt, dass es beides braucht, das Verhältnis aber stimmen muss. In der Probe stören sie «gewisse Modeerscheinungen» wie das Handy, die hohe Belastung und die schnelle Ablenkbarkeit von Mitgliedern. Umgekehrt schätzt sie, dass ihre beiden Vereine während der Pandemie und ihren beiden Mutterschaftsurlauben sehr zuvorkommend waren.

Die Literaturauswahl bezeichnet Monika Schütz als Königsdisziplin einer Dirigentin. Sie wendet für die Recherche sehr viel Zeit auf. Zusammen mit der Musikkommission legt sie jeweils ein Hauptwerk und die Ausrichtung eines Konzerts fest. Alle suchen dann, wobei die Gesamtverantwortung bei ihr liegt. Denn wichtig ist ihr, dass die Literatur zum Konzertort und zur Anzahl Proben passt. Auch in der Dirigierausbildung im Verband ist das Thema Literatur deshalb sehr wichtig.

Leuchtturm-Projekte

Die Stadtmusik Illnau-Effretikon habe schon immer die Tradition gehabt, spezielle Projekte anzugehen. Dieser Mut habe sie gereizt, auch wenn sich das nicht jedes Jahr realisieren lasse. Leuchtturm-Projekte wie «Musig ufem Effimärt», «Nacht der Musik» oder Kinderkonzerte bieten nebst dem sinfonischen Repertoire viel Abwechslung. Die Mitglieder sind aber auch stolz, Transkriptionen wie die «Bilder einer Ausstellung» von Modest Mussorgski oder Gustav Holsts «Planeten-Suite» aufzuführen – grossartige Musik, die nicht nur der Dirigentin Monika Schütz viel Freude macht.

Monika Schütz am Taktstock
Monika Schütz konnte mit der Stadtjugendmusik das Klassenmusizieren für die 4. Klassen etablieren. Illnau-Effretikon ist das zweitgrösste Projekt im Kanton Zürich.

Persönliches

  • Instrument: Klarinette
  • Vereine: Stadtmusik Illnau-Effretikon und Stadtjugendmusik Illnau-Effretikon
  • Motto: «Ohni Bass kä Spass»
  • Kummerkasten: Die Verbindlichkeit schwindet.
  • Tipp: Für gute Musik einstehen. Es lohnt sich, sie zu spielen und sie zu verteidigen.
  • Ergänze: Eine Dirigentin muss begeisterungsfähig sein.
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