Am 49. Schweizerischen Brass Band Wettbewerb holt sich die Valaisia Brass Band ihren achten Schweizer Meistertitel. Sie sichert sich damit die Teilnahme am Europäischen Brass Band Wettbewerb 2025. Oliver Waespi erhält den «Verdienstpreis» des Schweizerischen Brass Band Verbands.
Aufgeteilt in sechs Kategorien und in zwei fast immer vollen Sälen, empfing das KKL Luzern am 23. und 24. November nicht weniger als 62 Brass Bands. Sämtliche Tickets waren mehr als eine Woche vor der Veranstaltung ausverkauft. Gewonnen hat die Valaisia Brass Band unter der Leitung von Arsène Duc. Sie wird die Schweiz im kommenden Mai beim Europäischen Brass Band Wettbewerb in Stavanger (N) vertreten, gemeinsam mit der amtierenden Europameisterin Brass Band Treize Etoiles.
Brass Band Berner Oberland führt nach der Pflicht
Nach dem Aufgabestück «The Lost Circle» von Jan Van der Roost lag die Brass Band Berner Oberland unter der Leitung von Véronique Gyger an der Spitze, vor Valaisia und dem Ensemble de Cuivres Valaisan (Jean-François Bobillier). Beim Selbstwahlstück wurden die Karten neu gemischt. Diesen Teil entschied die Brass Band Treize Etoiles mit «A Gabrieli Fantasy» von Bert Appermont und unter der Leitung von Frédéric Théodoloz für sich. Sie wurde am Ende Gesamtvierte. Zweite wurde Valaisia mit «This World», einem unveröffentlichten Werk von Thomas Doss. Die Brassband Bürgermusik Luzern mit Michael Bach belegte nach dem Aufgabestück den vierten Platz und mit «Jesus in Tibet» von Simon Dobson den dritten Platz beim Selbstwahlstück. Vierte bei diesem zweiten Durchgang und Gesamtzweite wurde das Ensemble de Cuivres Valaisan mit «Eclipse» von Maurice Donnet-Monay. Etwas weniger konstant belegte die Brass Band Berner Oberland mit «Dark Road», einem weiteren neuen Werk von Thomas Doss, den achten Platz und wurde in der Endabrechnung Fünfte.
Beide Spezialpreise für Valaisia
Dieser Sieg ermöglicht der Valaisia Brass Band die Rückkehr an den Europäischen Brass Band Wettbewerb. Gemeinsam mit dem amtierenden Europameister Brass Band Treize Etoiles wird die Schweiz kommenden Mai in der norwegischen Stadt Stavanger somit durch zwei Walliser Bands vertreten sein.
Valaisia gewann auch die beiden Spezialpreise in der Höchstklasse. Zunächst erhielt sie den Preis für das beste Bass-Register im Aufgabestück. Im Selbstwahlstück ernennt die Jury jeweils den besten Solisten. Sie nominierte Glenn Van Looy, Solo-Euphonium, aus der Formation von Arsène Duc.
Brass Band Emmental zuvorderst in der Elite
In der Elite-Kategorie befassten sich die Bands mit «Red Priest», einer Hommage von Philip Wilby an Antonio Vivaldi. Mit 96 Punkten siegte die Brass Band Emmental (BE) unter der Leitung von Jan Müller. Sie liegen eine Einheit vor den Luzernern BML Talents, geleitet von Patrick Ottiger. Das Ensemble de Cuivres Euphonia (FR), erstmals unter der Leitung von Glenn Van Looy, komplettiert das Podium mit 94 Punkten. Der Spezialpreis in dieser Kategorie für das beste Solo-Cornet ging an die BML Talents.
Foto: Etienne BornetDie dreizehn in der 1. Kategorie konkurrierenden Bands wurden dieses Jahr mit dem beeindruckenden «Sounds» von John Golland konfrontiert. Der Sieg ging mit 96 Punkten an die Brass Band Musikgesellschaft Risch-Rotkreuz (mgrr, ZG) unter der Leitung von Roman Caprez. Sie erreichte einen Punkt mehr als das Ensemble de Cuivres Ambitus (VS) unter der Leitung von Damien Lagger. Die Zuger werden als einzige 2025 in die Elite-Kategorie aufsteigen, da die Zweitplatzierten bei der Anmeldung keinen Aufstiegswunsch geäussert haben.
Foto: Etienne BornetDie Brass Band Thurgau (TG) unter der Leitung von Daniel Gubler belegte mit 94 Punkten den dritten Platz. Die Band wurde zudem mit dem Spezialpreis für das beste Soprano-Cornet ausgezeichnet.
Doppelsieg für Jan Müller
Die Formationen der 2. Kategorie interpretierten «Hope» von Dorothy Gates. Jan Müller gelang dabei ein Doppelsieg, indem er mit der Musik Frohsinn Oberburg (BE) und 97 Punkten gewann. Die Berner liegen eine Länge vor den Wallisern der Constellation Brass Band B (Olivier Vergères). Die Brass Band Harmonie Rickenbach (LU) unter der Leitung von Luca Frischknecht belegte mit 95 Punkten den dritten Platz und gewann den Spezialpreis für das beste Perkussionsregister.
In der 3. Kategorie beglückte «Festive Fireworks» von Fredrick Schjelderup die Brass Band Gürbetal (BE) unter der Leitung von Joram Bots, die mit 95 Punkten gewann. Die Berner Band holte sich zudem den Spezialpreis für das beste Hornregister. Damit liegen BBMG Geiss (LU), dirigiert von Roland Wyrsch, zwei Punkte und die Brass Band Zürich (Werner Kubli) drei Punkte dahinter.
Schliesslich konkurrierten vier Luzerner Bands in der 4. Kategorie, wo «Little Suite for Brass Band No 1 Op. 80» von Malcolm Arnold aufgeführt wurde. Der Sieg ging mit 93 Punkten an die Entlebucher Jugend Brass Band unter der Leitung von Noah Gutheinz. Die Jugend Brass Band Michelsamt (Joel Spitaleri) und die Hinterländer Jugend Brass Band (Luca Frischknecht) belegten mit 92 bzw. 89 Punkten die Plätze zwei und drei.
Auszeichnung für Oliver Waespi
Foto: Etienne BornetSeit 2022 vergibt der Schweizerische Brass Band Verband (SBBV) seinen «Verdienstpreis». Mit ihm werden herausragende Leistungen oder Engagements im Rahmen oder zugunsten der Schweizerischen Brassband-Bewegung gewürdigt. Er steht unter der Schirmherrschaft von Ariane Brun, ehemalige Präsidentin und Ehrenmitglied des SBBV. In diesem Jahr wurde der Komponist Oliver Waespi zum Preisträger gekürt, als Anerkennung seines phänomenalen Beitrags zur Schweizer und internationalen Szene. Nebst zahlreichen Kompositionen war er Mitglied der Musikkommission des SBBV. Aktuell sitzt er in der Musikkommission des Europäischen Brass Band Verbands.
Komplette Resultatübersicht unter swissbrass.ch.