Das Blasorchester 30plus des St. Galler Blasmusikverbands hat vergangene Woche sein alljährliches Lager in Quarten durchgeführt und am Samstag zu einer Abschlussmatinée eingeladen – Überraschungen, Sondereinlagen und Zugaben inklusive.
Sie gehören mittlerweile fest zum Jahresprogramm des Zentrums Neu-Schönstadt in Quarten, die Musikantinnen und Musikanten des Blasorchesters 30plus. Jedes Jahr folgen sie dem Ruf des St. Galler Blasmusikverbands (SGBV) und verbringen vier Lagertage am Walensee, die in einem Matinéekonzert gipfeln. So geschehen vergangene Woche, als Dirigent Markus Egger mit rund 70 Musizierenden erneut ein abwechslungsreiches Programm einstudiert und am Samstagvormittag den angereisten Angehörigen präsentiert hat.
Foto: Michael KohlerMit Musik gegen Korrosion
Ein Sprichwort sagt: «Wer rastet, der rostet.» Das Projektorchester des SGBV mit dem höchsten Altersdurchschnitt zeigte am Samstag jedoch schon mit den ersten gespielten Tönen, dass es mit Rasten und Rosten nichts zu tun hat. In seiner «Second Suite in F» vereint der Komponist Gustav Holst die vier Sätze «March», «Song without words», «Song of the Blacksmith» und «Fantasia on the Dargason» in einem Werk. Ein Stück, das den 30plus-Musikanten viel Präzision und Können abverlangte. Sie reüssierten und bewiesen, dass die Instrumente in den Reihen des Korps ebenso wenig Rost ansetzen wie die Personen, die sie bedienen.
Auch zeigte Egger als musikalischer Leiter anhand der ausgewählten Literatur, dass Alterserscheinungen diesem Projektorchester fremd sind. Mit «Highlights from Beauty and the Beast» entführte er in die musikalische Welt des gleichnamigen Films aus dem Hause Disney und der Feder des grossen Alan Menken. Ob «Be our Guest», «Gaston» oder das namengebende «Beauty and the Beast»: In den Ohren des altersdurchmischten Publikums klangen die Melodien alle vertraut.
Foto: Michael KohlerNicht zuletzt bewies ein Gastauftritt des 14-jährigen Musiktalents Oliver Heinz, dass im Blasorchester 30plus auch die Jugend mitspielt und Rost keine Chance hat. Gemeinsam mit dem jungen Solisten trug das Ensemble das heissblütige lateinamerikanische Werk «Latino Mallets» vor, verschiedene Soli auf dem Xylophon, dem Marimbaphon und dem Vibraphon inklusive. Und der Junge begeisterte – so sehr, dass das Publikum mitten im Konzert nach einer Zugabe des jungen Talents verlangte.
Foto: Michael KohlerEmotional-traditionell ausgeklungen
Heinz lieferte nach. Und mit dem Werk «Suspense» für Marimbaphon liess er nochmals sein grosses Talent sprechen, zur Freude und Faszination aller Anwesenden. Mit dem letzten offiziellen Stück des Konzerts entführten Egger und seine Musizierenden auf eine Standseilbahn am Vesuv. «Funiculi Funicula» ist eine alte neapolitanische Weise von Lugi Denza mit einer weltbekannten Melodie, deren Rhapsodie aus der Feder des Japaners Yo Goto eine abwechslungsreiche musikalische Berg- und Talfahrt darstellt. Ein lüpfiger Schlusspunkt.
Foto: Michael KohlerNoch etwas traditioneller wurde der Musikstil mit den beiden Zugaben, nach denen mit einer Standing Ovation verlangt wurde. Mit der Polka «Mein grosser Traum» und dem alten Schlager «Tränen lügen nicht» nahm das Blasorchester 30plus Abschied vom Publikum und den diesjährigen Lagertagen in Quarten.