Welch ein Glück!

Porträt Régis Gobet
Régis Gobet, unisono-Redaktor Romandie

Featured image: Nathalie Gobet-Vial

Liebe Leserin, lieber Leser

Noch ein paar Tage und wir stehen am Ende eines Jahres, das für die Schweizer Blasmusik sehr erfolgreich war. Nicht weniger als zehn kantonale und interkantonale Feste waren im Kalender der «Blasmusik» eingetragen, wie Blaise Héritier, der ehemalige Präsident der Musikkommission des SBV, sie gern nannte.

Dann gab es auch noch das gemeinsame Projekt der SRG SSR und des Schweizer Blasmusikverbands anzuführen, «Und wenn wir zusammen spielen würden», ein Beispiel für die Offenheit, die unsere Szene unbedingt zeigen muss, wenn ihr an einer nachhaltigen Zukunft liegt. Das Projekt führte zu mehreren Konzerten mit Künstlern verschiedener Sparten, die alle dieselbe Leidenschaft verbindet, die Musik.

Hier alles aufzuzählen, was unsere Bewegung in diesem Jahr auf die Beine gestellt hat, ist unmöglich. Lassen Sie mich aber noch zwei Episoden erwähnen, die bei vielen einen tiefen Eindruck hinterlassen haben. Da ist einmal der herausragende Auftritt der Brass Band Treize Etoiles. Im vergangenen Mai gelang es diesem Aushängeschild unserer Musikszene, in Palanga, Litauen, seinen Titel als Europameister zu verteidigen. Die Band ist bis heute das einzige Schweizer Ensemble, dem dieses Kunststück gelungen ist.

Im September habe ich dann in Visp an den SOLO-Finals des SWISS WINDBAND AWARD teilgenommen, dem Wettbewerb des SBV für junge Solisten. Ich hatte das Glück, drei aufstrebende Virtuosen zu hören, und vor allem ein echtes Wunderkind: Simon Gabriel, 16 Jahre alt, präsentierte dem beglückten Publikum eine atemberaubende Version des „Trompetenkonzerts“ von Alexandre Aroutiounian, und er tat dies mit einer umwerfenden Natürlichkeit. Bitte verzeihen Sie, ich glaube, ich habe mich bis heute nicht davon erholt … Und verpassen Sie nicht sein berührendes Interview.

Unserer Musik geht es also blendend. Sie erklingt in allen Ecken des Landes, wird erfolgreich ins Ausland exportiert und lässt da und dort junge Talente aufblühen, die von einem immer weiter verfeinerten Ausbildungssystem getragen werden, aber auch von den Sprungbrettern des Nationalen Jugendblasorchesters und der Nationalen Jugend Brass Band profitieren, zwei von ihren Leitern meisterhaft geführten Plattformen.

Auch die kommenden Saisons versprechen viel Spannendes, mit weiteren nationalen, kantonalen und regionalen Veranstaltungen und als Höhepunkt dem Eidgenössischen Musikfest 2026. Dieses wird jedoch nicht in Interlaken stattfinden. Die Direktion und die Musikkommission des SBV arbeiten bereits mit Hochdruck daran, eine Lösung zu finden. Die Zeit drängt allerdings sehr. Vielleicht werden wir bezüglich Infrastruktur oder Zeitplan das eine oder andere Zugeständnis machen müssen. Doch wie immer in der Schweiz werden wir unsere Kunst ausüben können, die Musik. Welch ein Glück!

In diesem Sinne wünscht Ihnen die Redaktion ein frohes Fest und alles Gute für das neue Jahr.

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