Spielfreude zeigen!

Roman Christoffel beim Dirigieren
Den Stellenwert und das Verständnis für die U-Musik zu fördern ist Roman Christoffel ein grosses Anliegen.

Beitragsbild: zVg

Der Dirigent Roman Christoffel hat sich im Bereich der Unterhaltungsmusik einen Namen gemacht. Mit grossem Einsatz und mit Leidenschaft versucht er, das Verständnis für die U-Musik zu fördern, ihre Vielfalt einem breiten Publikum näherzubringen und damit neue Kreise für die Blasmusik zu begeistern.

Roman Christoffel ist Saxofonist. Er absolvierte sein Instrumentalstudium an der damaligen Jazz-Berufsschule St. Gallen und seine Dirigentenausbildung an der Musikakademie Zürich. Im Hause Christoffel wurde vielseitig musiziert, und auch das Noten schreiben, Arrangieren und Improvisieren gehörte zum Rüstzeug des jungen Musikers.

Bereits als 23-Jähriger übernahm er seinen ersten Verein und machte Bekanntschaft mit der wohl wichtigsten Komponente der Dirigierausbildung: Learning by doing!

Die Rolle im Verein

Als musikalisch Verantwortlicher nimmt Roman Christoffel grossen Einfluss auf seine Vereine. Er verlangt von ihnen eine klare Positionierung und eine realistische Definition der Ziele. Gemeinsam mit der administrativen Leitung und der Musikkommission wird dann ein umfassender Plan erarbeitet, um diese Ziele zu erreichen.

Er ist nah an den Vorständen und den Mitgliedern, um bei diesen immer wieder den Puls zu fühlen und um sich gegenseitig menschlich näherzukommen.

Literatur und Arbeitsweise

Die spannendsten Projekte, die der Dirigent mit seinen Orchestern in Angriff nimmt, lassen sich in der Regel nicht mit Literatur «von der Stange» realisieren. Besonders hervorzuheben sind die «Showcase»-Konzerte mit der Harmonie Wetzikon, ein Unterhaltungsformat, das seit rund zehn Jahren besteht.

Im Lauf der Zeit wurde dieses kontinuierlich professionalisiert: Sponsoring sowie Sound- und Lichtkonzept ermöglichen heute ein kreatives, einzigartiges Setting. Es werden nicht nur hochkarätige, externe Solisten und Sängerinnen, sondern z. B. auch Luftakrobatinnen und Feuerkünstler engagiert.

Die allermeisten Stücke arrangiert Roman Christoffel eigens für seine Musikantinnen und Musikanten. Damit wird der Verein auch seinem Motto gerecht: «Ganz andersch».

Roman Christoffel beim Dirigieren Foto: zVg
Den Stellenwert und das Verständnis für die U-Musik zu fördern ist Roman Christoffel ein grosses Anliegen.

Vielfalt und Spielfreude

Mit all seinen Vereinen pflegt Roman Christoffel aber nicht ausschliesslich das Unterhaltungsrepertoire. Traditionelle Kirchenkonzerte, volkstümliche Open-Air-Auftritte und die Parademusik gehören ebenso ins Jahresprogramm. Welche Art von Musik auch immer gespielt wird, das Entscheidende ist für ihn die starke Motivation aller Beteiligten, ihr Bestes zu geben und mit grosser Spielfreude sowie Ausdruckskraft zu überzeugen.

Seine Schwerpunkte in der Probenarbeit liegen neben der Musikalität vor allem bei der Artikulation und der Rhythmik, um eine klare Aussage zu erzielen. Eine Woche vor der Probe wird kommuniziert, welche Stücke, Abschnitte und Stellen geprobt werden. So sei eine optimale Vorbereitung für alle möglich, meint Roman Christoffel. Und genau deshalb ärgert es ihn besonders, wenn Mitglieder unvorbereitet zur Probe kommen …

Mission und Vision

Ein grosses Anliegen ist es ihm, den Stellenwert und das Verständnis für die U-Musik zu fördern – auch bei den zuständigen Stellen und Kommissionen in den Verbänden. So vermisst er etwa den Einsitz professioneller U-Musiker in diesen Gremien oder eine zeitgemässe Infrastruktur bei Musikfesten und Wettbewerben.

Roman Christoffel unterscheidet im Blasmusikbereich zwischen konzertanter, gehobener Unterhaltungsmusik und der an der Big Band orientierten Besetzung mit Rhythm Section. Da stehe das Entertainment im Vordergrund und dieses könne nur optimal zur Geltung gebracht werden, wenn die Voraussetzungen dafür geschaffen würden, etwa durch eine professionell betreute PA-Anlage.

Dazu ist anzufügen, dass spannende, teils kontroverse Diskussionen darüber, was «Blasmusik» ist oder sein soll, auf allen Ebenen geführt werden – und ebenso darüber, welche Rahmenbedingungen geschaffen werden müssen, um die Entwicklung aller Sparten zu fördern.

Persönliches

  • Vereine:
    Harmonie Wetzikon, Stadtjugendmusik Dietikon, Stadtmusik Kloten
  • Highlights:
    Alle Glanzresultate an Musikfesten und Wettbewerben
  • Arbeitsmotto an den Proben:
    «Wie muss es sein?» und nicht: «Was ist falsch?»

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