Die sechste Tournee des Swiss Symphonic Wind Orchestra (SSWO) steht unter dem Motto «West Side Stories».
Im Westen nichts Neues? Von wegen! Das hat schon Leonard Bernstein mit seinem legendären Musical «West Side Story» gezeigt. Die nach New York verlegte Romeo-und-Julia-Geschichte war 1957 auf eine Art neu, die das Publikum in nachhaltige Euphorie versetzte. Die 1961 entstandene Verfilmung wurde mit zehn Oscars ausgezeichnet, und der musikalische Mix aus jazzigen, sinfonischen und südamerikanischen Elementen zündet bis heute. Im Programm des Swiss Symphonic Wind Orchestra werden die «Symphonic Dances» aus diesem Werk für den fulminanten Abschluss sorgen.
Foto: Roger Stöckli, RSfilmWest Side Story
Bernsteins «West Side Story» liefert zugleich auch das Motto zum sechsten Programm des von Niki Wüthrich gegründeten und geleiteten Ensembles, in dem seit 2021 Profis und ambitionierte Laien zusammenspielen. Die Tournee führt sie zwar nicht ganz nach New York, sondern nach Zürich-Oerlikon, Widnau und Urdorf. Aber sie erzählt auch vor dem Bernstein-Finale «West Side Stories» – von denen die meisten in der Westschweiz spielen.
Gleich drei Werke beziehungsweise ihre Komponisten kommen nämlich von jenseits des Röstigrabens. Der 1997 geborene Walliser Gauthier Dupertuis treibt die Klänge in «Plasma» durch alle möglichen Aggregatszustände. Der Waadtländer Théo Schmitt, Jahrgang 1991, reagierte mit seinem «Sacred Dance for an Ungodly World» auf Ereignisse wie die letzten amerikanischen Präsidentschaftswahlen und den Ukrainekrieg.
Foto: Roger Stöckli, RSfilmEine Uraufführung mit Wurzeln im Wadtland
Und dann gibt es auch in diesem sechsten SSWO-Programm wieder eine Uraufführung einer Auftragskomposition: Der 2002 geborene Waadtländer Théo Rossier liess sich von Goyas Gemälde «Die Prozession des Heiligen Isidor» zu einem geheimnisvoll-festlichen Werk inspirieren.
Der Komponist, der als Trompeter angefangen hat und derzeit auch noch ein Dirigierstudium absolviert, hat bisher vor allem für Brass Band geschrieben – und feierte 2022 mit seiner Auszeichnung beim Wettbewerb der European Brass Band Association seinen bisher wohl grössten Erfolg.
Foto: Roger Stöckli, RSfilmKlarinettensolo mit heissen Flamenco-Rhythmen
Apropos Goya: Auch das Solokonzert in diesem Programm – «II Concerto for Clarinet and Wind Band» von Oscar Navarro – stammt aus Spanien, also ebenfalls aus dem (leicht südlich positionierten) Westen.
Und es führt das SSWO und seinen Konzertmeister Joel Cardoso, der den Solopart übernehmen wird, noch einmal in ganz andere Klangwelten: In wirbligen Flamenco-Motiven und kantablen Melodien, in hypnotischen Pianissimi und hochvirtuosen Temporäuschen können der Solo-Klarinettist und das Ensemble alles zeigen, was ihre Instrumente hergeben.
Konzerttour 2026 «West Side Stories»
Swiss Symphonic Wind Orchestra
- Samstag, 12. September, 19.30 Uhr, Musikzentrum Brunnenhof (ehem. Radiostudio), 8057 Zürich
- Samstag, 19. September, 19.30 Uhr, Widebaumsaal, 9443 Widnau
- Sonntag, 20. September, 18.00 Uhr, Aula Kantonsschule Limmattal, 8902 Urdorf