Uraufführung der 2. Sinfonie von John Mackey

Blasorchester Stadtmusik Luzern 2025 auf der Bühne von oben fotografiert
Das Blasorchester Stadtmusik Luzern hat sich «The isle is full of noises» von John Mackey auf den Leib schreiben lassen.

Beitragsbild: Dominik Baumgartner

Mit der Uraufführung von «The isle is full of noises» präsentiert das Blasorchester Stadtmusik Luzern am 24. Januar 2026 im KKL Luzern das neuste Werk des US-Komponisten John Mackey. Rund zehn Jahre nach «Wine-Dark Sea» legt Mackey damit seine zweite grosse Sinfonie vor.

Der Komponist, bekannt für Werke wie «Wine-Dark Sea», «Aurora Awakes» oder «Sheltering Sky», schrieb die neue Sinfonie im Auftrag des Blasorchester Stadtmusik Luzern.

Auftragskomposition inspiriert von Shakespeare

«The isle is full of noises» ist von Shakespeares Schauspiel «The Tempest» inspiriert und lädt zu einer neuen Betrachtung des Protagonisten und verbannten Zauberers Prospero ein. Dessen sorgfältig geplanter Sturm setzt die Handlung des Dramas in Gang und spiegelt sich im ersten Satz der Sinfonie – «The enchanter’s plot» – wider. So handelt der Satz von Prosperos Plan, Rache zu üben und in sein früheres Leben zurückzukehren.

Der zweite Satz «Suffer a sea change» beschreibt, wie Prospero jene verführt, quält und verändert, die seiner Macht unterstehen. Im dritten Satz «Rough magic» zeigt sich Prosperos innerer Wendepunkt: Der Zauberer befreit die Reisenden, gibt seine Magie auf, bittet um Vergebung und fordert nicht zuletzt den Applaus des Publikums.

Ein Komponist ohne Instrument

John Mackey stammt aus New Philadelphia, Ohio, und lebt heute in New York City. Obwohl er Sohn einer Musikerin und eines Musikers ist, erhielt er nie formalen Musikunterricht. Sein Grossvater brachte ihm die Notenschrift bei und führte ihn in digitale Notensatzprogramme ein, mit denen Mackey früh zu komponieren begann. Mackey betont stets, dass es «offensichtlich möglich ist, Musik zu komponieren, ohne ein Instrument zu spielen».

Seine Musik wird heute weltweit aufgeführt und entstand im Auftrag führender Ensembles wie der Dallas Wind Symphony, der BBC Singers und zahlreicher Universitätsorchester in den USA und Japan.

Ein gehaltvolles Programm

Das Blasorchester Stadtmusik Luzern eröffnet sein Winterkonzert mit einem weiteren Stück von John Mackey: «Fanfare for Full Fathom Five». In Anlehnung an Richard Strauss’ «Wiener Philharmoniker-Fanfare» verbindet der Komponist klassische Fanfarenmotive mit schroffen Dissonanzen, Glissandi und unerwarteten harmonischen Wendungen.

Ergänzt wird das Programm durch «Rainfall on Pink City» von Robert Groslot. Das Werk entstand 1979, in einer Phase scheinbarer Entspannung nach dem Vietnamkrieg, dem Kuba-Konflikt und den Ölkrisen der 1970er Jahre, reflektiert jedoch zugleich die anhaltende Angst vor einem Atomkrieg.

Weiter präsentiert die Stadtmusik «Variazioni sinfoniche su ‹Non potho reposare›» von Hardy Mertens. Das Werk basiert auf dem sardischen Liebeslied «Non potho reposare», das in den 1950er-Jahren zur Hymne der sardischen Auswanderer wurde, die in den Kohlebergwerken Nordeuropas Arbeit suchten. Ebenfalls im Programm steht Maurice Ravels ‹Boléro›, das als Paradebeispiel orchestraler Klangfarben gilt.

Winterkonzert «The isle is full of noises»

Blasorchester Stadtmusik Luzern und Hervé Grélat (Leitung)

  • Samstag, 24. Januar 2026
  • 19.30 Uhr
  • KKL Luzern

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