Es gehört zu den beliebtesten volkstümlichen Stücken überhaupt: «Zogä am Bogä» aus der Feder des Urner Komponisten Bärti Jütz (1900-1925). Erstmals gibt es nun eine Partitur mit sämtlichen Stimmen für Musikgesellschaften – Chorversion inklusive.
Bis vor kurzem existierte lediglich die Melodiestimme der Polka als Notation in Gesangsbüchern. Nun erschliesst der Arrangeur Roman Blum «Zogä am Bogä» Dirigenten und Musikgesellschaften erstmals als Partitur mit sämtlichen Stimmen – inklusive Chorversion.
Notenmaterial auf kariertem Paper
«Zogä am Bogä, de Landammä tanzäd, wiä dr Tiifel dur Dieli dure g’schwanzet…» – wer kennt sie nicht, die frechen Zeilen und den lüpfigen Rhythmus, mit denen sich der Urner Komponist und Musikant Bärti Jütz lustig macht über das zu Beginn des 20. Jahrhunderts weitverbreitete Tanzverbot.
Bis vor kurzem wurde das Stück von Kapellen nach Gehör intoniert, fehlte es doch an adäquatem Notenmaterial für einzelne Stimmen und Instrumente. Erst vor gut zehn Jahren tauchte die Originalschrift von «Zogä am Bogä» im Urnerland auf. Auf kariertem Papier von Hand niedergeschrieben, im Polka-Tempo und signiert von Bärti Jütz.
Leben und Wirken von Urner Komponisten zum 125. Geburtstag
Aus Anlass des 125. Geburtstags und des Todestages von Bärti Jütz rückt das Haus der Volksmusik Altdorf über das ganze Jahr hinweg Leben und Wirken des Urner Komponisten und Musikanten in den Fokus.
Zusammen mit dem Theater Uri wird unter anderem am 17. Mai 2025 eine konzertante Hommage an Jütz aufgeführt. Im Rahmen dessen interpretieren verschiedene Urner Formationen sämtlicher Stilrichtungen Lieder von Bärti Jütz und mehr.
Michel Truniger, der Leiter des Theaters Uri, war es denn auch, der das Potenzial von «Zogä am Bogä» für Blasmusikkorps, Orchester und Chöre erkannte: «Angesichts fehlender Partituren für Blasmusik war der Ohrwurm bis anhin kleineren Formationen vorbehalten, die das Stück nach Gehör spielten», sagt der Musiker und Dirigent.
Arrangements für Blaskapelle, Chor und fürs Marschbüchlein
Truniger und das Haus der Volksmusik Altdorf betrauten den im Aargau geborenen und in Root (LU) wohnhaften Klarinettisten, Dirigenten und Arrangeur Roman Blum mit der Ausarbeitung des Notenmaterials für einzelne Register und Stimmen. Zusammengekommen sind Arrangements für Blaskapelle, Chor und fürs Marschbüchlein.
Seit einigen Tagen ist das Notenmaterial, das auch für Ensembles an Musikschulen geeignet ist, offiziell erhältlich. «Die Publikation entspricht dem grundlegenden Anspruch des Hauses der Volksmusik, das heimische Volksmusikschaffen zu fördern und möglichst breiten Kreisen zugänglich zu machen», sagt Markus Brülisauer, Geschäftsführer Haus der Volksmusik Altdorf.
Das Notenmaterial kostenlos beziehen
«Zogä am Bogä» kann ab sofort kostenlos heruntergeladen werden:
Foto: zVg